Rezension: Stiefkind von S.K. Tremayne

Zwischen dem Glauben seiner eigenen Ehefrau und seinem eigenen Sohn macht man einen Unterschied, oder nicht?

Titel: Stiefkind
Autor: S.K. Tremayne (Autor von „Eisige Schwestern„)
Klappentext:
Psychothrill an der atemberaubenden Küste Cornwalls – der neue Roman des Bestsellerautors von „Eisige Schwestern“!
Rachel hat es endlich gut getroffen. Nach langen Single-Jahren hat sie den Anwalt David Kerthen kennengelernt und zieht mit ihm in sein Herrenhaus auf den Klippen von Cornwall. Mit den besten Absichten, auch für Davids Sohn aus erster Ehe, den 9-jährigen Jamie, eine gute Mutter zu sein. Denn Davids erste Frau kam auf tragische Weise in einer der überfluteten Zinngruben an Cornwalls Küste uns Leben.
Doch Jamie verändert sich, scheint von düsteren Visionen geplagt – und platzt schließlich mit einem Satz heraus, den Rachel nicht mehr vergessen kann: „ An Weihnachten wirst du sterben … und meine Mummy kommt zurück.“

Rezension:
Die von Tremayne aufgebaute Situation ist für jeden Leser vorstellbar, realisiert vergessen geglaubte Kindheitsträume – irgendwann lerne man einen reichen Mann kennen, kriege ein Kind, werde schwanger oder kümmere sich um dessen Kinder und hätte ein schönes Leben. So war es wohl auch bei Rachel, früh musste sie lernen, allein zurecht zu kommen, für ihre Mutter da zu sein und wie sich im Verlauf des Buches herausstellte, hatte auch sie keine leichte Kindheit gehabt.

Um nicht zu spoilern erspare ich uns allen die Details, die das finale noch spannend werden lassen könnten.

Fakt ist, dass die Ehe mit David Kerthen auch Schattenseiten hat, und dass sein Sohn Jamie nicht unbedingt nur positives über seine neue Stiefmutter zu berichten hat. Jedes Elternteil glaubt wohl seinem Kind, auch, wenn es Unsinn spricht zuweilen – wie real kann das Gesagte dann aber werden, wenn die Stiefmutter das Gesagte nur anders widergibt? Und wem glaubt man eher, dem Kind oder dem Erwachsenen? Dem eigenen Kind oder der eigenen Ehefrau? David Kerthen steht selbst auf dem Schneideweg, muss sich entscheiden und kann es nicht. Hört auf sein Bauchgefühl, die Lage spitzt sich zu und damit steht dem Spannungsplot der Story nichts mehr im Wege – ein nettes Finale zum Schluss und ein fast Happy End (wobei hier das Aussehen des Happy Ends entscheiden ist!) kommt zustande. Und nein, zu viel gespoilert ist es nicht, wenn man das Aussehen des Finales betrachtet.

Was den Stil und die Qualität des scheinbaren Bestsellers betrifft, so scheiden sich die Geister. Einrückungen im Buchsatz sind nicht vorhanden, die Übesubrsetzungsqualität spiegelt sich in Worten wie „Gefühligkeit“ wieder, wobei hier im Kontext eher ein Synonym dafür gepasst hätte, um ein Beispiel zu nennen, damit der Lesefluss erhalten bleibt. Der Anfang von „Stiefkind“ zieht sich merklich dahin, es plätschern die Seiten ohne nennenswerten Handlungsstrang, mal wird erzählt, mal gequasselt, mal wird sich ausgetauscht oder die Umgebung und Situation beschrieben. Das, was zum Finale alles gehört und was es gebraucht hätte, dafür muss man die ersten knapp 70 Seiten nicht gelesen haben – es beschreibt lediglich die Umgebung, in der Rachel Kerthen eintrifft – Carnhallow, ihr neues Zuhause. Das alles ist sehr schade für diesen Roman, der für mich dann als nette Abwechslung zwischendurch zählte, den man mal gelesen haben kann, muss man aber nicht.

Tremayne bleibt seinem Stil vom Präsenserzähler treu, wie auch bei „Eisige Schwestern“ und verwandelt mit „Stiefkind“ eine fixe Idee der Alltäglichkeit in einen netten Psychothrillerplot. Nicht schlecht, wer weiß, welcher Geschichte wir von ihm widerbegegnen, nur in der Realität? Kann es jeden von uns treffen? Die Hoffnung, mit einem anderen Thema eher meinen Nerv zu treffen, habe ich noch bei diesem Autoren. Es bleibt spannend.

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