Filmrezension: Die Insel der besonderen Kinder – Tim Burton / Ransom Riggs

Heute habe ich euch eine Neuigkeit mitgebracht 🙂 meine erste Filmrezension.

Der #filmtrailer machte mich richtig neugierig.

dieinselderbesonderenkinder

Darum geht’s:

Seit frühester Kindheit hört Jacob (Asa Butterfield) von seinem Großvater Abraham (Terence Stamp) immer wieder wundervolle und fantasiereiche Geschichten von einer Insel, auf der er sich vor Monstern versteckte und mit Kindern lebte, die alle außergewöhnliche Fähigkeiten besaßen. Als kleiner Junge liebt Jacob diese Geschichten, die er für bare Münze nimmt, später glaubt er seinem Opa jedoch kein Wort mehr. Als der Junge 16 ist, stirbt sein Großvater, scheinbar zerfleischt von einem wilden Tier. Doch Jacob meint, etwas anderes gesehen zu haben und wird neugierig: Er ringt seinen Eltern die Erlaubnis ab, zu der Insel zu reisen, auf der sein Opa zur Zeit des Zweiten Weltkrieges in einem Waisenhaus wohnte. Das alte Haus in Großbritannien ist längst eine verlassene Ruine, doch Jacob findet Anhaltspunkte dafür, dass die „besonderen Kinder“ aus Abrahams Geschichten noch leben, gut behütet von der resoluten Miss Peregrine (Eva Green) – aber die Gefahr, die Abraham das Leben kostete, ist noch immer nicht gebannt…

#rezension:

Asa Butterfield hat unseren Jacob, um den sich die Geschichte maßgeblich rankt, wirklich schön in Szene gesetzt. Der Film beginnt in einer Zeit, in der Jacob nach und nach erwachsen wird, kein Kind mehr ist und mehr über seinen alten Großvater stöhnt und seufzt, wenn er ihn anruft oder ein Gespräch sucht. Das Gefühl, das dabei schon direkt beim Zuschauer vermittelt wird, ist unheimlich, man spürt, dass sich etwas anbahnt. Als direkt nach wenigen Minuten Jacobs Handy klingelt, sein Großvater hysterisch reagiert, ihn zu sich zitiert und wirre Sätze stammelt, verliert Jacob fast seine Geduld. Als er bei ihm ankam, war es allerdings zu spät. Es passiert genau das, was die Inhaltsangabe schon preis gibt: Es scheint, als hätte den Großvater etwas Wildes, möglicherweise ein Tier getötet. Allerdings nahm Jacob etwas wahr am Tatort, hier kommt ein kleiner Gruselfaktor hervor.

Schade nur, dass Burton es in der Umsetzung es nicht schafft, diesen Moment gewollt prickelnd intensiver in Szene zu setzen. Im Laufe der Handlung muss Jacob immer mehr feststellen, dass er auf eigenen Beinen stehen und auch ganz gut alleine zurechtkommt, ganz anders, als dass sein Vater ihm weismachen will – obwohl dieser mit seinem Desinteresse nicht hinterm Berg hält. Er kennt seinen eigenen Sohn, mit dem er unter einem Dach gelebt hat, nicht. Inwiefern das im Buch allerdings deutlich wird, kann ich nicht sagen, das liegt noch auf meinem SUB. Ich bin wirklich gespannt nach Ende des Buches zu lesen, inwiefern beides miteinander nicht nur vergleichbar ist, sondern welche Szenen in mir besonders gefühlstechnisch auseinander gehen. Kennt jemand von euch das Buch? Hat es jemand bereits gelesen und kann mir verraten, ob das Verhältnis von Jacob zu seinem Vater im Buch ähnlich schlimm ist?

Filmisch ist der Teil recht gut umgesetzt worden. Allgemein ist die Welt um Jacob sehr malerisch dargestellt, die Vergleiche, die es einem Märchen gleichsetzen, kommen dem schon recht nahe. Auch ist die Idee einer Zeitschleifer zwar nicht neu, aber wirklich nett umgesetzt worden.

Schade fand ich bei diesem Film, dass Jacob mir als Figur sehr blass erschienen ist, er hatte selten ausgiebige Momente, um über sich selbst hinauszuwachsen, zu zeigen, was er wirklich konnte. Diese Momente sind von schnellen, hektischen Szenen überlagert worden, man konnte sie nicht genießen und hatte wenig Momente zum Mitfiebern. Beispielsweise, als Miss Peregrine im Käfig mitwegtransportiert worden ist. Sehr schade, wirklich. Burton hätte hier viel mehr rausholen können.

Nebenbei freundet er sich mit den alten Freunden seines Großvaters an, die zwar mindestens genauso alt wie er sein sollten, allerdings durch die Zeitschleife nicht altern konnten, so dass sie fast genauso jung waren wie Jacob, das macht es umso faszinierender für den Hauptprotagonisten und auch den Zuschauer.  Nicht mit allen alten Freunden versteht unser Junge sich, einen Störenfried gibt es immer, den höchst eifersüchtigen Enoch, der ein kleiner Unruhestifter ist, sich aber gegen Ende hin bewährt. Parallel trägt er aber auch die Gefahr in sich, sich mit dem Bösen zu verbinden.

[Achtung Spoiler]

Allerdings passiert es nicht, er schwankte gegen Ende nicht einmal zwischen Gut und Böse, alles läuft glatt, fast zu glatt, die Kinder lernen sehr schnell, wie sie zusammen zurechtkommen und aufeinander am besten aufpassen und wie sie miteinander agieren müssen. Turbulent wird es dann auf einem Jahrmarkt, mit passender Musik, Skeletten und dem versuchten Tim Burton Style in den letzten Schwung zu kommen. Hektisch und zu sehr gehetzt muss ein Ende gefunden werden. Es bleibt keine Zeit mehr für einen Jacob, der Gefühle zeigen kann, der zögert, der die Chance hat alles zu verarbeiten und plastischer dabei werden kann – er muss alle retten und wird dabei nur im Fokus als Held anvisiert und hineinkatapultiert. Selbstverständlich gewinnt das Gute, wie sollte es auch anders sein?

Wie ihr lesen könnt, gab es durchaus positive Seiten, aber auch einige Kritikpunkte, die mich zu einem Fazit kommen lassen, worüber ich sehr viele Nächte geschlafen habe – es gibt deutlich bessere, schönere Tim Burton Filme, solche, die die Intensität der Gefühle von Anfang bis Ende hin transportieren können und nicht nur mit Melancholie einleiten. Für jemanden, der Tim Burton nicht kennt, der muss diesen Film dennoch sehen, sich selbst ein Bild von der Geschichte machen – die Idee ist an sich ganz nett, leider scheitert die Umsetzung. Ob es am Film lag oder eher an der Geschichte selbst, sprich, an der Romanvorlage, wird sich noch zeigen und herausfinden lassen. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt darauf. Kurzgefasst: Ganz nett für einen Filmabend zu Hause.

Was denkt ihr, Buch- / Filmvergleiche schneiden ja meistens sehr unterschiedlich ab, oder?
Wie habt ihr DIE INSEL DER BESONDEREN KINDER erlebt? Was ist euch dabei positiv oder aber negativ aufgefallen?

Und ich habe noch eine andere Frage an euch… kam es nur mir so vor, dass die Darsteller ihre Münder in der deutschen Fassung bewegten, aber nichts sagten oder teilweise redeten und die Worte passten nicht zur Mimik oder zur Situation? Leider fehlen mir adhoc Formulierungen, zum Mitschreiben war es im Kinosaal zu dunkel, aber wie erging es euch?
Trotzdem danke ich sehr dem Droemer Knaur Verlag für die Tickets zu diesem Film und die Möglichkeit, mir eine Vorabmeinung bilden zu dürfen.

Ihr seid, Fragen über Fragen.
Lasst von euch hören.

Eure Tinkerbell

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