Maude Julien – Der Wille meines Vaters – Wie ich dem Wahnsinn entkam

#Rezension #lesen #bücher #Belletristik

#Titel: Der Wille meines Vaters – Wie ich seinem Wahn entkam
#Amazon: http://amzn.to/1kIQob4
#Autor: Maude Julien &Ursula Gauthier
#Seiten: 304
#ISBN: 978-3-426-65570-2
Klappentext: Louis Didier ist Mitte 30, da adoptiert er die 6-jährige Tochter eines Bergarbeiters. Als sie zu einer jungen Frau heranwächst, heiratet er sie und zeugt ein Kind mit ihr: Maude. Die Familie zieht in ein abgelegenes Herrenhaus, dort sperrt der psychopathische Vater semaudejulienderwillemeinesvatersine 3-jährige Tochter ein und verweigert ihr jeglichen Kontakt zur Außenwelt. Maude wird von ihrer Mutter unterrichtet, und ihr Leben besteht nur noch aus harter körperlicher Arbeit, Misshandlungen, Züchtigung und Schlägen. Das alles dient einem perfiden Plan: Didier Julien will Maude zum Übermenschen erziehen. Erst mit 19 Jahren gelingt es ihr, dem Elternhaus zu entkommen. In „Der Wille meines Vaters“ erzählt Maude Julien eindringlich von ihrer entsetzlichen Kindheit und wie es ihr gelingt, sich von ihrem Vater zu befreien.

Rezension:
Es ist der Wille der Eltern, der Kinder großwachsen lässt, es ist die Art und Weise, wie man sein Kind erzieht – es ist Liebe, mit der man sie erzieht, jeder Mensch auf seine Weise. So auch Louis Didier, der sich nur einen perfiden, abstrusen Plan mit Mitte 30 in den Kopf gesetzt hatte. Er wollte einen Übermenschen erschaffen, sich ihn heranziehen, und ich schrecke nicht vor dem Begriff „Züchten“ zurück. Grausam, gewaltig und explosiv werden die Geschehnisse eines Kindes in der Ich-Erzählperspektive geschildert, merkwürdige Bilder setzten sich während des Lesens zusammen und man fragt sich immer wieder – wenn diese Geschichte wirklich wahr ist, wie hat die Autorin es nur geschafft, heute so erfolgreich, so lebenslustig – wie sie in der Presse beschrieben wird – wie hat sie es zur eigenen Psychotherapeutin geschafft? Mit viel Mut. Chapaeu, Julien.
Maude wird immer wieder eingeredet, dass nur ihr Vater sie vor allen beschützen kann, sie wird abhängig von ihm gemacht, sein Ziel: Willenlosigkeit. Was er auch schafft. Wären da nicht ihre Bücher, die Hoffnung auf ein Ende. Maudes Mutter dagegen ist bereits von ihm abhängig, nicht nur, dass sie ebenfalls ein „Opfer seines Missbrauchs“ ist, wie es im Vorwort des Buches heißt, sein „Erstes“, nein, sie schützt ihr eigenes Kind nicht!
Grausam und erschreckend zugleich.
Man schwankt zwischen Tränen und Furcht, Starre und Hifllosigkeit und völligem Erstaunen und einem schwebenden Gefühl, einem Benebelndem, als es dem Ende zu ging von den knapp 300 Seiten.
Der Inhalt ist heftig und nichts für schwache Nerven.
Dennoch: gefiel mir Juliens Stil überhaupt nicht, vieles klang sehr abgehackt – viele Adverbien störten den Lesefluss und der Versuch, die Ich-Erzählerin kindlich wirken zu lassen gelang durch die Einfachheit der verwendeten Worte, nicht aber durch ihren Stil – leider. Dennoch ist die Geschichte wirklich lesenswert. Wer anderen Menschen oder Pessimisten einfach einmal den Kopf waschen will, ihnen Mut machen möchte, dass man sein eigenes Leben wirklich selbst bestimmen kann, wenn man es nur in die Hand nimmt – der sollte sich dieses Buch zulegen. Und Lesen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s