Jo Nesbo – Blood on Snow #1 – Der Auftrag

#Titel: Blood on Snow #1 – Der Auftrag
#Verlagswebsite: http://www.ullsteinbuchverlage.de/nc/buch/details/blood-on-snow-der-auftrag-9783550080777.html
#Autor: Jo Nesbo
#Seiten: 192derauftragnesbo
#ISBN: 13 9783550080777
Klappentext: Olav lebt das einsame Leben eines Killers. Als Killer ist es eben nicht unbedingt leicht, anderen Menschen nahe zu kommen. Doch jetzt hat Olav die Frau seiner Träume getroffen. Zwei Probleme stellen sich. Sie ist die Frau seines Chefs. Und Olav wurde gerade beauftragt, sie zu töten.

Rezension:
Es ist 1977, wir denken uns in einen Auftragskiller hinein, aus dessen Sicht das Buch ausschließlich erzählt ist. Dieser Typ nennt sich Olaf Johansen, arbeitet für einen der einflussreichsten Gangsterbosse der Stadt schlechthin. Dieser hat nur einen Konkurrenten: Den Fischer. Olaf bringt Leute für seinen Boss lediglich um, darunter waren wohl drei Mittelsmänner vom Fischer bisher. Als Olaf dann aber seinen vierten Job erhält, muss er passen. Und das wissen wir bereits nach den ersten, wenigen Seiten.
Warum? Er verliebt sich in sie, schonungslos, direkt und recht nüchtern wird dieser Grad beschrieben. Er soll die Frau seines Bosses umlegen, weil diese fremdgeht. Ob es nun falsche Moral ist oder nicht, schließlich bringt er nicht sie um, sondern ihren Lover. Bei dem stellt sich hinterher nur heraus, dass dieser in etwas mit seinem Boss verwickelt ist. Schnell merkt Olaf also: er hat einen Fehler begangen. Den muss er wieder gerade biegen.
Nesbos neuer Roman ist frei von Harry Hole – Eigenschaften, frei von Gedanken eines Ermittlers. Wir betreten hier ein neues Feld. Die Sichtweise eines Auftragskillers, der seinesgleichen wohl noch sucht.
Die leider sehr spartanische Charakterisierung aller Figuren hemmt den Spannungsbogen merklich, das Mitfiebern fällt schwer und träge aus und zwischendurch fragt man sich, warum alles so vorhersehbar ist. Einen einzigen Überraschungseffekt landet Carina, die Frau, die ermordet gewusst sein wollte von ihrem Mann, Daniel Hoffmann. Sie entpuppt sich erst dann als hinterhältiges Miststück, als sie ihre ersten Worte im Dialog mit Olaf ausspricht, diese steigern sich – bis zum Ende. Die Frage ist hierbei nur: wessen Ende gemeint ist von mir. Dass sie von Anfang an eine unsympathische Figur ist, ist völlig klar. Zwar hatte ich noch Mitgefühl mit ihrer Situation, doch dieses hatte sich schnell verflüchtigt, alles stets in einer rasanten Geschwindigkeit gemessen daran, wie ihre Worte zu lesen waren.
Olaf als Hauptfigur soll nicht ganz so eine Randerscheinung bleiben, bringt sogar Erzählungen und Gedanken aus seiner Kindheit mit ein, um wohl dadurch etwas mehr an Plastizität zu gewinnen. Auch ist er ein Mensch, der viel liest, ein Lieblingsbuch besitzt, das sogar zur Sprache kommt. Stets legt er nur eine kühle Nüchternheit, die nicht spannungsförderlich ist, an den Tag.
Ich kann nicht genau sagen, was mich mehr störte. Die simple Handlung? Oder die flapsige Sprache, die nicht einmal ausgeschmückt worden ist mit mehr Details, um so etwas mehr Raum für die Vorstellung des Lesers zu gewinnen. Schade. Was ich jedoch sehr spannend und gut finde nach wie vor: Das Finale und generell das Ende haben eines gemeinsam: Mehrere Überraschungseffekte. Zwar machen sie nicht alles wieder gut, doch genau das ist es, was ich brauche, um weiter zu lesen. Ich bin gespannt auf den zweiten Teil von „Blood on Snow“.

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