Michaela Harich – Stuttgart 21 #1 – LEA

#Titel: Stuttgart 21 – Lea
#Verlagswebsite: http://papierverzierer.de/stuttgart-21—lea.html
#Autor: Michaela Harich
#Seiten: 120
#ISBN: 9783959620994Stuttgart21lea
Klappentext: Stuttgart 2021 – die Landeshauptstadt ist abgeriegelt. Niemand kommt hinein, niemand kommt heraus, die Einwohner wurden evakuiert. Doch nicht alle haben Stuttgart verlassen. Lea, eine junge Frau, hat sich in der Staatsgalerie verschanzt und sie zu einer todsicheren Festung umgestaltet. Sie baut Todesfallen für die Infizierten, die ihr alles genommen haben, was ihr wichtig war. Sie muss jeden Tag um ihr Überleben kämpfen. Doch die Ereignisse spitzen sich zu und Lea ist sowohl auf die Hilfe ihrer Bekannten innerhalb der Quarantänezone Stuttgart wie auch auf die Hilfe von außen angewiesen.

Rezension:
In „Lea“ geht es wieder einmal um eines: zu Überleben. Stuttgart wird zur Sperrzone, Einwohner gibt es nicht mehr, nur noch einige Überlebende, die noch nicht gebissen worden sind. Diese verschanzen sich in Bauten, wie Lea in der Staatsgalerie beispielsweise. Umgeben von Fallen, Türen und Anhängern, von denen sie teilweise abhängig ist, teilweise auch umgekehrt. Es ist ein Spiel, ein stetes Geben und Nehmen.
Besagte Seuche ist durch eine vegane Ernährungsform zurückzuführen. Was letztlich Auslöser des Ganzen ist, erfährt man erst auf den letzten Seiten. Aus Stuttgart jedenfalls zu flüchten, gestaltet sich enorm schwierig, da alles abgeriegelt ist, Untote umherwandeln und man kaum jemandem über den Weg trauen kann. Diese Welle droht auf ganz Deutschland möglicherweise auch über zu schwappen, vermute ich. Daher bleibt es also spannend, wie diese Serie sich noch fortsetzt.
Lea als Hauptfigur und der personalen Erzählperspektive heraus ist eine starke, junge Frau, die ihren Vater bereits an die Monster verloren hat, die intuitiv zu handeln lernen musste und durch ihr Schicksal in eine Rolle gezwängt worden ist, aus der sie gar nicht mehr herauskommen kann. Das steht bereits zu Anfang fest.
Irgendwie wirkt das alles klischeehaft, richtig? Untote, Stadt wird abgeriegelt, ein Mädchen, das viel zu jung ist und dann plötzlich selbstbewusst wird und anfängt zu kämpfen? Mag sein.
Bei Harich jedoch ist das Setting etwas Besonderes, etwas Anderes: Lea ist zwar relativ jung und durch ihre äußeren Beschreibungen, was ihr Schicksal betrifft, die äußeren Einflüsse um genauer zu sein, recht klischeehaft, jedoch nicht, wenn es um ihre Gefühle und direkte Handlungen geht. Wenn sie selbst handelt, dann macht sie das aus reiner Überzeugung von sich heraus. So baut sie Fallen in der Staatsgalerie auf, beliefert das mit ihr im Gebäude sich befindende Militär und den Schwarzmarkt, pflegt Handelsgeschäfte und deren Beziehungen, um sich so für sich und Andreas, einem vermeintlichen Freund, der übrigens bereits zu Beginn der ersten Seiten das Talent besitzt, einen jammernden Tonfall anzuschlagen, und Lea in ihrer täglichen Arbeit einzuschränken, was ihn gleich unsympathisch machte, den Lebensunterhalt mit Nahrungsmitteln zu sichern. So gesehen trägt Lea eine umfängliche Verantwortung, für sich und andere. Für viele. Selten lässt sie ihre eigenen Gefühle gegenüber anderen zu, hält alles so gut es geht unter Verschluss. Gründe finden sich zwischen den Zeilen im Text.
Das Setting ist hier deshalb so interessant, da Stuttgart als Stadt an sich lediglich erst einmal abgeriegelt ist. Die Thematik der Ernährung, die offenbar krank machen kann, hört sich sehr interessant an und dann betrifft es die absolute Hype-Ernährungsform: Vegan! Wie überhaupt etwas so Derartiges passieren konnte, ist noch unklar. Tatsächlich könnte der erste Teil hier eine Art Rahmen bilden, zumindest vorübergehend, weitere Teile der Serie könnten sich um die Entstehung und den Prozess dieses Ausmaßes, wie auch immer diese Zombiegestalten entstehen konnten, kümmern. Wir werden sehen.
Auch bin ich gespannt, auf was für Gestalten man sich noch einlassen muss, was die Zukunft in Stuttgart nun mit sich bringt. Der lockere, schnell dahingleitende und nicht verschachtelte Schreibstil von Harich macht es möglich, die Seiten nur so vorbeifliegen zu lassen. Schade ist hierbei lediglich, dass nur eine Sichtweise zum Vorschein kommt. Eine weitere hätte alles sicher noch interessanter gemacht. Vielleicht auch noch mehr Beschreibungen? Sicher, es wäre weniger Action, doch für ein Hintergrundwissen ist es nicht schlecht… Aber wir werden sehen. Es kommen sicher noch einige Teile von ihr. Nach und nach lüftet sich wohl dann das Geheimnis.
Lea ist der frische, Erstling nun. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

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