Caroline G. Brinkmann – Alania – Das Lied der Geister | (Vorgänger: Kobrin) #2

#Titel: Alania – Das Lied der Geister | Herren des Waldes #2 (Nachfolger von Kobrin)
#Verlagswebsite: http://www.papierverzierer.de/alania—das-lied-der-geister.html
#Autor: Caroline G. Brinkmann
#Seiten: 384alaniadaslieddergeister
#ISBN: 9783944544571
Klappentext: Nach dem Angriff der Tiranen kann sich Alania nicht mehr daran erinnern, einmal einen Bruder gehabt zu haben. Sie macht sich mit dem eingebildeten Fergulas von Fichtenstein auf die Suche nach dem Spiegel der Wahrheit, um Antworten zu finden.
Zur gleichen Zeit suchen die Nox nach dem Spiegel, um ihn im Krieg gegen das Waldreich einzusetzen. Während Alania weiter den Geheimnissen ihrer Vergangenheit auf der Spur ist, wird sie in den großen Konflikt hineingezogen, aus dem sei nur das Lied der Geister erlösen kann.

Rezension:

Die Elfen halten sich in einem Berg vor den Nox versteckt und Brinkmanns Beschreibung nach zu urteilen, stehen den Elfen schwere Zeit voller Dunkelheit bevor, sofern nicht bald die Hüterin mit dem Erlösung bringenden Santalanion und der Spiegel der Wahrheit gefunden wird. Soweit so gut.
Im ersten Teil der Trilogie rund um die „Herren des Waldes“ geht es um Kobrin, eine blinde Elfe, die einzigartig in ihrer Mannigfaltigkeit im Charakter ist. Sie ist etwas ganz Besonderes und zum Ende des ersten Teiles hat man sie sehr ins Herz geschlossen. Umso ernüchternder war es, dass sie nun gar nicht im zweiten Band vorkommt.
Stattdessen dreht sich hier alles um Alania, Lani genannt. Sie konnte den Nox entkommen bei ihrem Überfall, kann sich nur noch kaum an diese Zeit erinnern und selbst an ihren Bruder und dessen Existenz zweifelt sie. Warum und wieso, das kann man sich erst im Nachgang denken. Dass sie wegen ihrer Erinnerungslücken von den anderen Elfen im Berg, wo man sie hingebracht hat, natürlich als Spion gehalten und mit Argusaugen beäugt wird, bleibt natürlich nicht aus.
Fern davon abgesehen, ist sie von ihrem Aufpasser: Fergulas von Fichtenstein nun auch nicht gerade begeistert. Dieser will damit seinem Vater das Vertrauen in ihn als Sohn beweisen. Er hatte sich das Vertrauen zunichte gemacht, indem er seine Schwester den Nox‘ überließ und selbst nur entkommen konnte. Die Stimme seiner Schwester im Gegenzug dafür, bleibt jedoch ihm stets in seinem Kopf präsent. Als wäre sie nicht verschwunden. Diese Dialoge sorgen unter anderem für eine ordentliche Portion Humor, wenn es auch die Gründe über die Existenz der Kopfstimme nicht hergeben.
Lani will sich letztlich ihrem Schicksal nicht ergeben, als Gefangene, Ausgeschlossene betrachtet zu werden. Viel zu unruhig kreisen ihre Gedanken um die Nacht des Überfalls, um einen Bruder, von dem sie nichts weiß und um ihre Familie. Sie muss etwas tun. Dann endlich packt sie es selbst an, und beschließt, sich auf die Suche nach dem Spiegel der Wahrheit zu machen. Fergulas von Fichtenstein, erst gar nicht begeistert von ihrer eigenmächtigen Entscheidung, begleitet sie letztlich. Selbstverständlich nicht ohne eigene Hintergedanken.
Brinkmann ist es damit gelungen, wieder einmal eine Brücke zwischen zwei Sichtweisen zu schlagen, die nur so die Handlung voran treibt. Die Sicht des Bösen, der Nox, bei Milas und Lanis Sichtweise sorgen dafür. Man erfährt übrigens auch Hintergründe, was Menschen so an dem Bösen fasziniert, warum man sich den Nox anschließen sollte und kann so alles aus einer völlig neuen Perspektive betrachten. Sehr schön sticht dabei auch eines heraus: Es gibt für jede Seite gute wie schlechte Eigenschaften, bei dessen Akzeptanz man offen für Neues sein sollte als Leser.
Dass ein Kampf zwischen Gut und Böse, Elfen und Schatten, nun vielleicht nicht gerade die NEUE Idee auf dem Fantasymarkt bei Jugendbüchern ist, ist wohl jedem klar. Was aber hier besonders ist, sind die Figuren. Eine jede für sich. Lustige Genossen wie ein Druide auf Drogen vom Wubabuba-Kraut sind so detailreich, humorvoll durch ihre Einzelheiten und die ganz besonderen Dialoge, aus denen man eine Menge über den Charakter eines jeden Ablesen kann. So ist auch eine Seidenkatze Amber in ihrer Art und Weise und ihrem Denken so herrlich gelungen, und ihrem Namen selbst sehr treu. Wer Seide mag, muss wohl generell etwas schnippisch im Denken sein und das Ganze nun aus Sicht einer Katze?
Fergulas von Fichtenstein macht dagegen eine eigene Wandlung durch. Hat man vorher noch einen negativ denkenden, egozentrischen jungen Mann im Kopf, wächst er über sich hinaus und geht gemeinsam mit Lani den Weg auf der Suche nach dem Spiegel der Wahrheit. Unfreiwillig Verbündete sind sie. Gerade die gemeinsame Mission wandelt Fergulas, der immer etwas Besonderes sein wollte. Am Ende ist er das sogar.
In „Alania – Das Lied der Geister“ haben Nebencharaktere diesmal den Fokus. Auch sie können, wie sich hier deutlich zeugt, nicht nur wichtig sein, sondern die Handlung der drei Teile so voranbringen, dass es im dritten Teil alles schlüssig wird. Es sind natürlich noch die einen oder anderen offene Frage vorhanden. Daher bin ich gespannt, wie es weitergeht. Und ich freue mich darauf, Kobrin bald wieder zu erleben.

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