Teresa Driscoll – Für alle Tage, die noch kommen

Füralletagedienochkommencover#Titel: Für alle Tage, die noch kommen

#Verlagswebsite: http://www.droemer-knaur.de/buch/8572151/fuer-alle-tage-die-noch-kommen
#Autor: Teresa Briscoll
#Seiten: 361
#ISBN: 978-3-426-65371-5

Klappentext:
Wie sage ich meinem Kind, dass ich sterben muss? Gar nicht, beschließt Eleanor, als sie von ihrer Brustkrebserkrankung erfährt. Ihre achtjährige Tochter Melissa soll so lange wie möglich eine unbeschwerte Kindheit haben. Stattdessen sammelt Eleanor Gedanken, Erinnerungen und gemeinsame Erlebnisse in einem Buch, das sie bei ihrem Anwalt hinterlegt. Wie fühlt es sich an, wenn die Mutter ohne Abschied geht? Auch siebzehn Jahre danach fühlt Melissa sich unvollständig. Gerade hat sie den Heiratsantrag ihres Freundes Sam abgelehnt, den sie doch innig liebt. Da bekommt sie ein kleines Buch zugestellt – ein Buch, aus dem noch einmal ihre Mutter zu ihr spricht. Es ist voller Rezepte, für die Küche und fürs Leben. Und voller Liebe. Melissa beginnt zu verstehen, was Eleanor für sie getan hat. Sie erkennt, wie sehr sie geliebt wurde. Und sie weiß jetzt, dass sie es auch kann: der Liebe vertrauen.

Rezension:
Briscolls Debütroman ist ein rundum berührendes, sanftes Buch für nette Stunden, um sich fernab in eine Welt hineinversetzen zu lassen, die wir bereits in anderen Büchern vorgefunden haben – Viel Gefühl, viel Herz. Krebs wird thematisiert und die Frage – wie bringt man es seinen eigenen Kindern bei? Was ist die beste Lösung, gerade, wenn achtjährige Kinder wie Melissa, die Hauptprotagonistin, noch viel zu klein ist, um zu realisieren, was mit ihrer Mummy eigentlich los ist?
Natürlich erfährt die kleine Melissa von ihrem Vater, dass ihre Mutter im Himmel nun sei. Natürlich bricht sie daraufhin in Tränen aus, tut sich schwer mit der Verarbeitung dieses Schicksals nun ohne Mutter ihr Leben weiter zu gestalten. Die eigentliche Geschichte von Briscoll setzt aber nicht dort an. Sondern bei Melissas 25. Geburtstag, wo sie von einem Anwalt ein Buch überreicht bekommt. Es stammt von ihrer Mutter, ist gespickt mit lauter Rezeptideen, Erzählungen von ihrer Mutter aus der Zeit kurz bevor diese starb und alle wichtigen Überlebsntipps, Mütterweisheiten und sogar Tipps für eine Schwangerschaft sind darin enthalten. Eine sehr liebevolle, nette Geste von ihrer Mutter, wie ich finde. Damit hat Melissa etwas von ihr in ihr, was sie nun täglich begleiten kann, kann Rezepte nachkochen, die im Übrigen wirklich für jedermann zu gebrauchen sind. Sie gehen schnell, sind alltagstauglich und wirklich – wie Melissas Mutter beschrieben hat: Sau lecker!
Das hört sich hier nun alles so an, als wäre es damit um das Buch geschehen. Ist es aber nicht. Melissa steht vor mehreren Hürden nun in ihrem Leben – zum einen wühlt sie das Buch ihrer Mutter sichtlich auf, sie hat sehr mit sich zu kämpfen und wird dadurch endlich in die Lage gebracht, den Tod ihrer Mutter zu verarbeiten. Bisher verdrängt sie jegliche Kommunikation über sie, gerade, wenn ihr Vater zu ihr durchdringen will in all den gemeinsamen wöchentlichen Essen der beiden. Weiterhin steht sie beruflich noch vor der Entscheidung: Gibt sie sich der Selbstständigkeit im Schreiben hin oder nimmt sie eine befristete Anstellung bei einer Boulevardzeitung an? Beides sind zwei sehr reizvolle Aktivitäten. Privat dagegen steht sie vor einer anderen Herausforderung. Ihr langjähriger Freund Sam hat ihr einen Heiratsantrag gemacht, den sie auch noch abgelehnt hat – nun heißt es: Scherbenhaufen zusammenkehren, nach vorn blicken und Sam beistehen, so gut es geht. Sie weiß selbst nicht genau, warum sie ihn nicht heiraten will, aber es hängt, wie sie meint, auch nicht mit ihm zusammen, sie liebt ihn schließlich, das weiß sie immerhin. Sam reicht das nicht.
Melissa hat also einfach eine Menge um die Ohren, sehnt sich nach Ruhe, den sie auch nur schwer im gemeinsamen Urlaub mit Sam findet. Ständig muss sie an das Buch denken, liest weiter darin und legt es verstört zur Seite, mit Sam läuft es auch nicht besonders. Der hat ausgerechnet dort noch einen Unfall, für den er einfach nichts kann, und jeder von beiden fragt sich insgeheim, wie es um ihre Beziehung nun steht. Wie soll es weitergehen? Sam will irgendwann heiraten, Kinder und eine Familie haben. Was will Melissa? Jedenfalls nicht heiraten, aber weiterhin mit Sam zusammenbleiben. Schwierig, schwierig.
Erst fast zum Schluss, als Melissa auch mit dem Buch ihrer Mutter fast fertig ist, fasst diese sich ein Herz und stellt sich einigen Herausforderungen. Trägt sie beispielsweise das Gen in sich, um später selbst an Brustkrebs zu erkranken? Sam soll nur von alledem nichts mitbekommen. Auch ihrem Vater verschweigt sie es, auch eine ganz bestimmte Stelle im Buch, obwohl dieser rasend ist vor Wut, als er von Melissa erfährt, dass sie ein Buch von ihr erhalten hat. Etwas Eifersucht spielt hier auch eine Rolle mit. Warum hat er kein Buch von Eleonor erhalten?
Alles in allem ist die tragende Rolle bei Driscoll das Eleonors Buch für Melissa. Ähnlich eines roten Fadens, der an einer Felswand seitlich gespannt wird, hält man sich daran fest und geht Driscolls vorgefertigten Weg des Plots weiter bis es zum unwiderruflichen Happy End kommt. Alle Geheimnisse, quälenden Fragen, mit denen sich die junge Frau rumschlagen müsste, haben sich innerhalb weniger Seiten am Ende erledigt. Fast schon ein bisschen zu schnell, zu vorhersehbar ist alles bis eine Ausnahme. Dass sich Max, Melissas Vater, nun auch am Ende eines Gentests unterzieht, um zu prüfen, ob auch er das Gen in sich trägt, war nicht bedacht bei Melissas Sichtweise. Dafür eine gelungene Überraschung und wenigstens ein Nervenkitzel bei der ganzen Story. Gefühle sind schön beschrieben, schlugen bei mir nur bedingt ein, was schade ist. Selbst die sich wechselnden Sprünge in die Vergangenheit, die leider übrigens auch unzureichend gekennzeichnet sind fürs Flüssiglesen, die Rezepte aus dem Buch, generelle Erzählungen aus dem Buch, die auch vergebens markiert sind und lediglich durch auffallende Absätze vom optischen her um deren Inhalt wissen lassen, bringen wenig bis bedingt Spannung auf. Die Geschichte wird durch das besagte Buch aufrecht erhalten und vorangetrieben.
Doch am Lesen erhalten, hat mich das Interesse an der Geschichte selbst – eine Mutter hinterlässt ihrer einzigen Tochter ein Buch mit allen Weisheiten, Rezepten eben „für alle Tage, die noch kommen“. Eine sehr liebevolle, herzliche Geste.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s