Ivonne Keller – Hirngespinster

„Verstörend, spannend, anders!“
„Als Silvie nach einem Unfall erwacht, ist die einst so lebenshungrige Frau gefangen in ihrem eigenen Körper. Ihre Schwester Anna, die seit Jahren kurz vor einem Zusammenbruch stand, scheint verschwunden. Und die Frau, die sie jetzt so liebevoll pflegt, hat Silvie über Jahre hinweg als Rivalin gesehen.“
(Klappentext vom Knaur Taschenbuch, Ausgabe September 2014)

Cover-Hirngespenster-2014

Worum geht’s?
Es geht um Silvie, deren Leben aus zwei Sichtweisen erzählt wird. Die aus der Vergangenheit, vier Jahre vor dem schrecklichen Unfall und die Sichtweise der jetzigen Silvie. Sie ist eine starke, junge Frau, die sich seit Jugendtagen in einen Kerl namens Johannes verliebt hat, mit ihm eine Zukunft plante und wollte, er dagegen hielt sich immer mehr zurück, hat sein Herz an seine längst vergangene Liebe Sabina immer noch verschenkt und konnte – sie wie es immer wirkt – noch nie richtig mit ihr abschließen. Das merkt seine spätere Freundin immer mehr. Bis sie irgendwann zwischen den Stühlen sitzt: Als zweifache Mama, verheiratet mit Johannes und Jens, einem Mann, den sie nach und nach lieben lernt und bei dem sie erst begreift, was es heißt, Schmetterlinge im Bauch zu fühlen.
Hört sich schön an? Das Chaos allerdings in Silvies Leben betrifft nicht nur ihr eigenes. Ihre Schwester Anne, die bereits in ihrer Kindheit mit Krebs zu kämpfen gehabt hat, nun glaubt, dass dieser wieder da ist, verhält sich immer merkwürdiger, kann kaum einen Tag ohne Tabletten zu bringen. Erst merkt Silvie es nicht, tröstet sich selbst mit Ausreden und schwankt zwischen Besorgnis und Angst um ihre Schwester. Auch weiß sie nicht, worum sie sich als erstes kümmern soll – ihr eigenes Glück oder das ihrer Schwester? Dass Annas Mann allen keine große Hilfe zu sein scheint, bemerken wir bereits auf den ersten Zeilen, die Lage spitzt sich – voraussehbar – auch zu.
Trotzdem schafft es Ivonne Keller aus der erst zähflüssig dahingeschriebenen Handlung, bei der man erst vermutet einen klassischen Frauenroman vor sich zu haben, immer wieder imposante Wendepunkte zu schaffen. Absehbar waren weniger Schicksalsschläge, sodass man stets überrascht wurde. Kellers Plot ist wirklich klasse in diesem Buch!
Auch ihr Stil ist nicht schlecht, doch sind die Szenen in der Jetztzeit durch die kursive Schriftart und dem kindlichen Gerede schwer zu lesen, teilweise ist man genervt, wenn es länger als eine halbe Seite betrifft und einige Szenen hätten ruhig an der einen oder anderen Stelle gekürzt werden können.
Fazit? Dafür, dass der Titel und der Klappentext so neugierig gemacht haben, ist es schade, dass die Geschichte erst ab der Hälfte so richtig Fahrt aufnimmt. Doch die Geschichte an sich ist super, gerade das Ende hat es in sich. Glaubwürdige Figuren und Charaktere spiegeln sich in schönen Dialogen wieder, Feinheiten sind hier besonders von der Autorin skizziert worden.

Zum Verlagslink geht’s hier entlang: http://www.droemer-knaur.de/buch/7786247/hirngespenster

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