Nadine d’Arachart und Sandra Wedler – Abgründe

Sie schreiben seit mehr als zehn Jahren zusammen, sind unterwegs auf Lesungen und schaffen fantastische Thriller und Krimis. Auch „Abgründe“ kann man kaum aus der Hand legen, er fesselt mit jeder Seite etwas mehr.
(Achtung Spoiler!)

abgründe
Virginia Beach wird von einem Mörder bedroht, Frauen insbesondere. Jedem Opfer wird ein „A“ eingeritzt, eine Art Initial des Mörders, wie sich später herausstellt. Doch, warum mordet er? Was hat es damit auf sich und die alles entscheidende Frage überhaupt ist: Wer ist es? Gerade um Letzteres drehen sich alle Gespräche und jedes Kapitel. Detektive Ethan Hayes kommt nicht mehr zur Ruhe, kann kaum schlafen und man fühlt seine Erschöpfung mit jedem Wort mehr denn je mit. Trotzdem zieht es sich für meinen Geschmack etwas sehr in die Länge, und das, obwohl jedes Detail genauso drapiert wurde von beiden Autorinnen, dass es schon seinen Sinn hat, weshalb jedes Kapitel seine Daseinsberechtigung hat.
Die menschlichen Abgründe eines jeden Opfers will der Mörder zur Schau stellen, sie anprangern, weil er mit sich selbst und seinem Leben nicht klar kommt. Doch, warum? Seine Gedanken kann man spürbar lesen. Man saugt sie in sich auf, als könne man mit jedem Wort etwas mehr hinter seine Identität schauen und trotzdem strampelt man als Leser im Nichts – genauso wie die Polizei und Hayes‘ Team. Als sich schließlich herausstellt, dass der Mörder es auf ihn selbst abgesehen hat, wird er sogar noch abgezogen. Wie jeder guter Polizist macht er natürlich weiter, wenn auch etwas versteckt.
„Abgründe“ zeigt die Menschlichkeit und die Unmenschlichkeit tief sitzender Gefühle in deren vollständigen Ausmaß, wenn man sie nicht mehr kontrollieren kann. Das letztere genannte Extrem zeigt sich hier sehr deutlich. Diesen Satz wird man erst auf den letzten Seiten begreifen, die so überraschend kommen werden, dass man es kaum fassen kann. Ich bin immer noch perplex und komme trotzdem zu dem Schluss – an sich war es total logisch, …
D’Arachart und Wedler haben einen spannungsgeladenen Krimi damit geschaffen – ein MUSS für jeden Krimifan, der etwas knackiges, kurzes zum Lesen braucht. Denn nicht nur wegen der Story liest es sich schnell, auch gerade wegen der Seitenzahl. Wir reden von gerademal 228 Seiten. Ein kleiner Tipp noch am Rande: Betrachtet euch vorm Lesen das Cover eindringlich. Der Versuch das Gebäude realistisch in gedruckter Form darzustellen, ist eine Andeutung zu dem Ort, wo der Mörder seine Opfer gefangen hält.

Hier geht’s zum Verlagslink: http://www.telescope-verlag.de/

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