Petra Schmidt – Silberwolf

Petra Schmidt ist mit ihrem 1963’er Jahrgang gebürtige Leipzigerin, die ihren Lebensunterhalt nun damit verdient, Testleserin für Verlage und Autorin zu sein. So heißt es auf den letzten Seiten ihres Romanes „Silberwolf“, in den sie sich selbst als Person vorstellt.

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Ihr Fantasyschmöker ist etwas eigenwillig, beherbergt eine ganz nette, süße Geschichte und eignet sich daher perfekt als Gute-Nacht-Geschichte für kleine Leseanfänger, die sich noch einfangen lassen von der Magie der Wölfe. Für Ältere mag die Magie nur hinken und fehlt an einigen Stellen.
Fangen wir von vorn an. Die 15-jährige Jasmin wird von ihrer Mutter aufs Land zu ihrer Oma verfrachtet, damit die Mutter etwas zur Ruhe kommen kann. Die Trennung von ihrem Mann setzt ihr noch ganz schön zu, Jasmin dagegen ist sauer auf ihre Mutter, weil diese ihren Freund vergrault hätte und keine Lust auf das Landleben hat. Die Oma allerdings freut sich sichtlich über ihren Besuch und versucht die Familienidylle wieder herzustellen, was ihr auch gelingt. Die Hintergründe zur Trennung und vor allem zu Jasmins Ex-Freund treten auch zutage.
Als die Großmutter anfängt die legendäre Geschichte des Silberwolfs zu erzählen, der sich im naheliegenden Wald aufhält und die dort wohnhaften Tiere beschützt, überschlagen sich kurz darauf die Ereignisse. Tiere werden getötet oder verenden in Fallen. Das kann das Dorf und dessen Einwohner nicht auf sich sitzen lassen, also halten sie Nachtwache, durchwandern nachts den Wald, versuchen die Fallen zu beseitigen und den Irren, der sich das hat einfallen lassen, zu schnappen. Nur Fehlanzeige. Das Grauen lauert unter den eigenen Leuten – mehr kann ich dazu nicht verraten.
Fantastischer Natur ist das kleine, dünne Büchlein mit seinen knappen 150 Seiten nur am Rande – die Legende des Silberwolfs ist echt schön, eine tolle Sache, nur die Umsetzung… An der scheitert es. Während sich zwar kaum offene Fragen gegen Ende noch ergeben haben, so ist alles so schnell vorbei wie es angefangen hat. Der umgangssprachliche Stil mag tendenziell zum flüssigen Lesen beigetragen haben, nur kann man davon ausgehen, dass kein Deutschlehrer es Jugendliche oder Lese-Anfänger selbst lesen lässt. Leider kommen auch Perspektivwechseln hinzu, erst wird alles aus der Sicht von Jasmin wiedergegeben, kurz darauf übernimmt sie die beschreibende Funktion und alles rutscht in die personale Erzählebene. Es hört sich zwar schön an, liest sich auch ganz nett, doch verwirrend ist es trotzdem.
Die Figuren wirken zusammen sehr harmonisch, Oma, Jasmin und ihre Mutter sind ein klasse Team zu dritt, nur fehlt es hier an Beschreibungen, Erzählungen, etwas, das dem Ganzen noch intensiver in die Gefühlswelt aller eindringen lässt.

Fazit? „Silberwolf“ ist ein schnelles, leichtes Fantasyschmankerl‘ für Zwischendurch, an das man ohne große Erwartungen gehen sollte, andernfalls wird man vermutlich enttäuscht werden.

Hier geht’s zum Verlagslink: http://www.machandel-verlag.de/silberwolf.html

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