Antonia Michaelis – Das Institut der letzten Wünsche

„Literatur ist wunderbar, solange sie nichts will…“, hieß es laut Michaelis auf: http://www.kinderbuch-couch.de/interview-antonia-michaelis.html . Michaelis schreibt Bücher für Kinder und Erwachsene. Für beide Altersklassen aber gleichermaßen ist ihr aktuelles Buch „Das Institut der letzten Wünsche“.

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Mathilda und Ingeborg leiten das Institut der letzten Wünsche. Beides Frauen, die vorher in beruflicher Richtung der Ärzteschaft unterstanden. Ingeborg hörte auf, schmiss ihren Job, um das Institut zu gründen und Mathilda schmiss ihr Praktisches Jahr letztendlich, zumal sie ohnehin das Studium nur gemacht hat, um es allen zu beweisen – dass Sie ein Mensch sein kann, auf den man stolz sein muss. Warum? Das erfährt man gegen Ende des Buches.
Im Laufe des Lesens entwickeln sich die Figuren immer mehr. Ingeborg bleibt dabei etwas außen vor. Mathilda aber beginnt sich zu verlieben – in einen der Klienten vom Institut. Sie bleibt nicht mehr nur sachlich, ist innerlich unruhiger als zu Beginn und kann gegen Ende sogar Tränen vergießen und muss sich eingestehen, dass es nicht immer gut ist, die Starke zu miemen, wenn man sie es doch gar nicht ist. Sie verliebt sich in den wohl kostenaufwendigsten Klienten, den das Institut je bisher hat. Birger Raavenstein. Mathilda und Birger.
Zum Institut – was macht man da eigentlich? Es ist für jeden zugänglich. Jeder, der es betritt, hat einen Wunsch, seinen letzten Wunsch bevor derjenige sterben wird. Das Institut erfüllt diese Wünsche, gegen Bezahlung. Einzige Bedingung? Man muss innerhalb von sechs Monaten wirklich sterben. Und für die Mitarbeiter des Instituts gilt noch folgendes: Man verliebt sich nicht in seine Klienten. Für Mathilda war das klar. Sie streitet es auch gern ab, doch man spürt, dass sie tief in ihrem Innern anders denkt.
Soweit so gut. Das Buch lässt sich flüssig lesen, ist an einigen Stellen leider sehr langatmig und sehr von Mathildas Denken, Fühlen und ihre Sichtweise geprägt, was an einigen Stellen sehr schade ist. Gern hätte ich mir mehr von Ingeborg erhofft, sie bleibt leider sehr im Hintergrund. Dagegen stechen Birger, der auf der Suche nach seinem Kind und seiner verloren gegangen Liebe ist, und Mathilda sehr heraus. Das Buch ist sehr stark von Gefühlen aller Beteiligten beeinflusst, aber wie sollte es auch anders sein, wenn es sich um die letzten Wünsche einiger Menschehttp://www.droemer-knaur.de/buch/8133473/das-institut-der-letzten-wuenschen dreht. Und um ein Institut, dass so gut wie alles möglich macht. Trotz allem bleibt der vermeintliche Höhepunkt der Geschichte aus. Er wird umschifft, zurück bleibt die Realität um das Wissen, dass es immer schlimmer kommen kann, als es bisher gekommen ist. So kommt es jedenfalls herüber. Beim Lesen. Nicht einmal die Gerichtsverhandlung, als das Institut geschlossen wird und Ingeborg und Mathilda angeklagt werden, als es um das Thema aktive Sterbehilfe noch ging, kam einem Höhepunkt gleich. Es schwingt lediglich dabei eine gewisse Melancholie mit. Alles geht weiter und so wartet man ab und für Leser heißt es übersetzt: Man liest einfach weiter, angetrieben von der Neugier, was als nächstes passiert, verbunden mit der eventuellen Hoffnung, doch noch einen Höhepunkt zu finden. Unerwartet und gut war dafür der Schluss.
Alles in allem muss ich sagen, hat mir das Buch ganz gut gefallen, es ist kein Buch für Zwischendurch, es ist auch nichts lockeres und leichtes, schon gar nicht wegen des Themas, doch es hat etwas Besonderes. Es hat Charme und hinterlässt das Gefühl, dass es immer etwas neues gibt, womit man Menschen glücklich machen kann und dass es immer die kleinen, ach so unterschätzten Dinge sind, die sie glücklich machen.

Hier geht’s zum Verlagslink: http://www.droemer-knaur.de/buch/8133473/das-institut-der-letzten-wuensche

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