Sanne Munk Jensen & Glenn Ringtved – Wir wollten nichts, wir wollten alles

Ein tief berührendes Buch über das Für und Wider, was Liebe eigentlich bedeutet. Es ist ein Buch voller Emotionen, Leidenschaft und der Kraft, zu was Liebe Menschen bewegen kann. Und es ist eine traurige Version von Romeo und Julia in der heutigen Zeit, wenn die Möglichkeiten einen Ausweg zu finden, so schier gering und bedeutungslos geworden sind, das nur der gemeinsame Tod als die sinnvollste Flucht aus Allem angesehen wird.
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Gleich zu Beginn ist klar, dass die Geschichte zwischen Louise und Liam nicht gut ausgehen kann und wird. Es ist klar, dass beide sterben. Die Frage aber nach dem Warum treibt den Leser an, zum Lesen und zum Nachdenken. Zeit zum Grübeln während des Lesens bleibt wenig, es ist eine flott geschrieben Handlung, sehr im jugendlichen Stil, viele Hauptsätze mit Relativsätzen. Dabei kommt es anschaulich rüber. Die 17-jährige Louise verliebt sich in Liam. Die Liebesgeschichte der beiden werden in Flashbacks wiedergegeben, Gegenwart und Vergangenheit greifen so ineinander über. Alles wird aus Louise Sichtweise beschrieben. Die Gegenwart wird auch von ihr erzählt. Es wirkt so, als wäre sie ein Geist, der stets über ihren Eltern und der Familie von Liam wacht. Man kann sehr gut mit ihr mitfühlen, sich vorstellen, wann sie traurig ist, wenn sie in die Gegenwart schaut und uns an tragischen Episoden ihrer Eltern teilhaben lässt. Die Ehe steht kurz vor dem Aus. Jeder hat so seine eigene Variante und Version mit dem Tod des sich liebenden Paares und dem eigenen Kind abzufinden. Ulla & Gorm haben ihre Variante, Louise’s Eltern. Und Ian hat auch seine, Liams Vater. Jonathan kommt auch nur schwer damit zu Recht, aber auch er hat seine Methode, damit zurecht zu kommen, dass sein älterer Bruder nicht mehr unter ihnen weilt.
Beide Familien sind so gegensätzlich und doch verbindet sie nun eines: Der Tod der eigenen Kinder und trotzdem können sie sich nicht annähern, schieben die Schuld hin und her, keiner weiß, warum es so weit kommen musste. Warum es nur so weit kommen konnte.
Louise liebte Liam so sehr, dass Sie alles, wirklich alles, für ihn getan hätte. Eben aus Liebe. Liam liebte sie auch, nur auf seine eigene Art und Weise. Er war mehr der Träumer, der unbedingt ein Buch schreiben wollte, der sich gegen das gesellschaftliche System gern aufwiegelte, der sein eigenes Ding machen wollte. Louise? Sie zog mit, auch wenn sie vieles nicht verstand oder gar nachvollziehen konnte. So kamen beide nach und nach aber auch in Geldnot, es war zu einer Zeit, wo selbst Louise schon bei Liam eingezogen war, sie brauchten also Geld zum Leben. Fast vorhersehbar geschieht es dann auch, dass Drogen und Abhängigkeit ins Leben der beiden treten. Und Johannes zu allem Übel. Mit ihm begann das Ende der Beiden. Ein Strudel. Natürlich gibt es genug Zweifel für Louise, ob beide wirklich das Richtige tun. Natürlich.
Auch, wenn der Schreibstil erst einmal gewöhnungsbedürftig, sehr von Dialogen geprägt war und Flüche von Ian gern im Englischen standen, es ist ein gutes Buch.
Es ist ein Buch über das Leben von zwei Jugendlichen, die keinen Ausweg mehr wussten. Ein Buch, das traurig macht, so traurig, das man weint beim Lesen und das einen gewaltigen bitteren Beigeschmack an Handlungen sich liebender Menschen hinterlässt. „Wir wollten nichts, wir wollten alles“ ist rührend. Und Berührend zugleich.

Hier geht’s zum Verlagslink: http://www.oetinger.de/buecher/jugendbuecher/alle/details/titel/3-7891-3920-3/19868/33289/Autor/Sanne/Munk%20Jensen/Wir_wollten_nichts._Wir_wollten_alles.html

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3 Gedanken zu “Sanne Munk Jensen & Glenn Ringtved – Wir wollten nichts, wir wollten alles

  1. lesenundmehr schreibt:

    Da habe ich schon beim lesen der Rezi einen Kloß im Hals. Sehr bewegend muss es sein, wenn man das Ende schon kennt und dann die Hintergründe erfährt… Außerdem mag ich die Mischung von Gegenwart und Vergangenheit in Geschichten sehr. Dieses Buch kommt auf jeden Fall auf meine Wunschliste 🙂 Danke für diese schöne Besprechung!
    LG
    Tanja

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    • tinkerbellspricht schreibt:

      Das freut mich gerade unglaub: Dein Kommentar zu meiner Rezi! Es freut mich, dass ich dadurch einige bewegen kann, dass das Buch auf die Wunschliste wandert 🙂 Bin gespannt dann auf deine Meinung, ja? Freut mich, dass dir die Besprechung gefallen hat! Ganz lieben Gruß, Deine Tinky

      Gefällt 1 Person

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