Annette Dutton – Das geheime Versprechen

Es sind zwei heranwachsende, jüdische Kinder, die nach England 1939 abtransportiert werden und dort ihr Leben ohne ihre Eltern in britischen Pflegefamilien weiterverbringen sollten. Beruhend auf den wirklich stattfindenden Kindertransporten steht dem emotionalen Härtegrad das Buch von Annette Dutton in nichts nach. Im Zug bis nach England finden sich Leah und Michael. Sie gaben sich ein Versprechen. Schon zu Beginn des Buches wusste man, dass es sich allein um das Versprechen handelte, es war der Dreh- und Angelpunkt und auch damit der Titel. Einen besseren hätte Dutton nicht gefunden.

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Schon auf dem Einband des Taschenbuches beginnt die Geschichte, erzählt wird von einem David, der am 6. Dezember 1939 zur Welt gekommen ist, er hätte deutsche Eltern gehabt. Mehr wisse man nicht, und es müsste abgewartet werden.
Duttons Buch springt zwischen der Gegenwart 2003 und der damaligen NS Zeit, sowie auch der Nachkriegsgeschichte von Deutschland. Sie erzählt Episoden, Passagen, Erlebnisse jeder Protagonisten und deren Gefühle. Man wird anfangs in Leahs Welt völlig mit einbezogen, sie kommt in gute britische Pflegeeltern – dachte sie zumindest. Michael sah zu, dass er in ihrer Nähe örtlich gesehen, unterkommen wird, auch das passte. Sie begegnen sich wieder und Leahs Pflegebruder, Stuart, hat aufgrund dessen seinen Unmut nicht unter Kontrolle. Als Leah dann noch schwanger wird und ein Schuldiger gesucht wird, ist es für die Dinsdales, Leahs Pflegeeltern, ein Leichtes, Michael endlich aus dem Weg zu schaffen. Und auch Leah soll nicht lange am selben Ort noch verweilen. Sie wird nach London gebracht, in ein Heim, dort bringt sie ihr Kind zur Welt, das ihr am Ende weggenommen wird. Sie darf es zwar sehen, doch schon bald ist es nicht mehr auffindbar.
Schnell merkt man, dass hier die Rede von David sein soll. Dem Kind, das im Einband erwähnt wird. Aus dessen Sichtweise sind auch einige Kapitel geschrieben und aus der seiner Tochter, Sarah, die unermüdlich ist ihren Vater davon zu überzeugen, doch endlich nach seinen leiblichen Eltern zu suchen. Beide befinden sich in Australien. David stellt sich erst stur, auf Sarahs Bitten und Versuche und zum Teil ihrer Eigeninitiative, schreibt auch er bald der Sozialarbeiterin Kerry Nelson. Mit ihrer Hilfe muss es einfach gelingen, seine Eltern ausfindig zu machen, oder?
Was aber letztlich da ans Tageslicht tritt, verschreckte mich völlig. Leah hat ein schweres Schicksal, ist vermutlich auch kein Einzelfall in Zeiten des zweiten Weltkrieges und in der Nachkriegszeit für sie gewesen, noch dazu ein Kind von einem Mann zu tragen, der ihr Vertrauen missbrauchte. Ich muss aufpassen, nicht zu viel zu verraten, doch eines kann ich sagen: Je mehr ich euch nun hier erzähle, umso mehr verliert das Buch an Spannung. Der Reiz in geschichtliche Hintergründe abzutauchen, ist aber mit Sicherheit auch dann noch erhalten. Dutton erzählt gerade genug, dass ihre Geschichte glaubwürdig rüberkommt.
Ein klarer Schreibstil, sehr einfühlsam nebenbei bemerkt, ist hier eine gute Unterstützung. Figuren wie Stuart sind markant, prägend und vor allem eins: Nervig. Es hätte mich nicht gewundert, wenn er niemals seine Finger von Leah gelassen hätte. Zu Eliza, der Schwester von Stuart, erlaube ich mir kein Urteil. Nur eins: Ich mag sie nicht.
Die schicksalbehaftete Leah, der treue Michael und ihr Versprechen zusammen – was wird nur daraus? Ist es wirklich machbar ein solches Versprechen aufrecht zu erhalten unter solchen Umständen wie in Duttons Buch? Was meint ihr? Lest es. Lasst euch entführen in eine tragische Familiengeschichte und lernt die unterschiedlichsten Charaktere kennen.

Hier geht’s zum Verlagslink: http://www.droemer-knaur.de/buch/7786752/das-geheime-versprechen

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