Franziska B. Johann – Sturmschatten #1

Estrella Blumberg, eine 17-jährige, die kürzlich erst auf das Kunstgymnasium nach Bergrode wechselt, wohnt damit mehrere Stunden entfernt von Ihrer Oma. Sie ist dort allein auf sich gestellt, lebt mit zwei Mädels noch dazu in einer WG, die ihr ein bisschen Gesellschaft leisten und sogar recht schnell zu Beginn zwei ihrer engsten Freundinnen werden.Sturmschattenfranziskabjohann

Mit ihnen durchlebt Esta auch einen tollen Teil ihrer Jugend. Auch verliebt sie sich in Janis, auch wenn sie es vorher abstreitet und erst nach und nach sich ihm öffnet. Gleich zu Beginn aber spürt sie, dass sie sich zu ihm hingezogen fühlt und dass er ihr gut tut mit seiner Nähe. Gerade das Gefühlsleben von Esta spielt bei ihr eine große Rolle. Sie spürt, wenn sich ein Gewitter zusammenbraut und hat einen besonderen Sinn für das Wetter allgemein. Ihre Freundinnen sehen das ebenfalls als Talent an und nachdem einige Ereignisse passieren, werden zwei Parteien auf das junge Mädchen aufmerksam.
Zum einen die „Windmenschen“ und zum Anderen der Staat, der BND. Beide sehen in ihr eine Verbindung und wollen das Mädchen in ihre Gewalt bringen, jede Partei aus unterschiedlichen Gründen. Der BND beobachtet schon seit längerem das Wetter, merkwürdige Verwüstungen, das es anrichtet und die nicht zu erklären sind. Sie wissen, dass Esta ein Gespür dafür hat, wann das Wetter wie wird, und glauben in ihr die Verbindung zu sehen und auch einen Menschen, der mit Schuld daran trägt, was die Verwüstungen angerichtet haben. Daher entführen sie sie. Doch Esta kommt frei, flieht nach Island, wo ein geheimes Buch auf sie wartet, das außer ihr – so ist die Hoffnung – seither niemand lesen konnte. Es ist im Besitz von Janis‘ Familie. Janis‘ Brüder und er reisen ihr nach Island nach, das Abenteuer beginnt ab hier.
Auch Estas Schicksal ist mit ihrem Gespür für das Wetter untrennbar miteinander verwoben, so auch ihre Vergangenheit. Um auf den Ursprung, warum sie so ein Gespür überhaupt hat entwickeln können, zu kommen, ist es wichtig, mehr über Estas Vergangenheit herauszufinden. Doch das gestaltet sich als schwierig. Die Kindheit von ihr verbrachte sie bei ihrer Oma. Diese ist jedoch nicht ihre leibliche Oma, sondern eine Pflegeoma, die das Mädchen aufgenommen hat, nachdem es vor ihrer Haustür ausgesetzt worden ist. Es ist eine tiefergehende Beziehung zueinander, die die Beiden miteinander teilen und verbinden. Doch die Oma weiß nichts über Estas Vergangenheit, sie liefert lediglich den Anhaltspunkt, dass Esta schon früher eine merkwürdige Sprache hatte als Baby, im Schlaf oder andererorts, was sie niemand erklären konnte. Es ist die Sprache, in der das alte Buch geschrieben worden ist und auch der Grund, warum Esta letztendlich nach Island floh.
„Sturmschatten“ ist ein All-Age Fantasy Roman wie es der Verlag selbst beschreibt.
Leider sind die Charaktere zu flach und entwickeln ihre Einzigartigkeit erst ab der Hälfte des Buches, sie sind austauschbar. Und gerade bei Esta, der Hauptfigur habe ich mir mehr erhofft, als das sie einfach nur das nette, liebevolle, ausgeglichene Mädchen ist. Erst viel später und für mich zu spät, beginnt sie, störrisch und Stur zu sein, und zeigt damit etwas Markantes. Sie beginnt schnell und effektiv, gut überlegt zu handeln, was sie in der ersten Hälfte des Buches noch nicht tat. Das ist gut. Leider kam es zu spät. Auch andere Charaktere wie Eric, Janis‘ älterer Bruder, hat nur etwas leicht Individuelles an sich, seine Eigenschaften oder sein Charakter hätte auch ausgeprägter beschrieben werden können.
Leider sind auch die Dialoge nicht sonderlich gelungen, vieles wirkt zu gestelzt. Manches auch zu sehr „zufällig“, sodass Handlungen als zu glatt erscheinen, sodass man den Eindruck gewinnt, dass Johann alles zu sehr bestimmen wollte und die Figuren nicht aufgrund ihres eigenen Wesens so gehandelt hätten, sondern dass sie erst dazu gebracht werden musste, so zu handeln. Gerade bei guten Fantasyromanen ist das für mich ausschlaggebend: Charaktere müssen nachvollziehbar für sich selbst so handeln, wenn es letztlich mit der Geschichte konform geht: ist es ok. Wenn nicht, muss der Autor sich auf etwas „Ungeplantes“ einlassen und die Ereignisse, unbewusst, indirekt so lenken, dass alles wieder in die Bahnen kommt. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass mir sämtliche Handlungen als zu glatt erscheinen. Es gab kaum Probleme und wenn dann waren sie zu schnell gelöst.
Dagegen wirkt die Geschichte auf mich an sich sehr komplex, die Idee, dass es jemanden gibt, der das Wetter zu deren Gunsten beeinflusst, der es generell beeinflussen kann, ist klasse. Auch die Nebenhandlungen, den Fortlauf der Geschichte, all diese zwei Punkte finde ich sehr toll. Nur die Umsetzung, da hätte man noch etwas mehr herausholen können.
Ich bin jedenfalls gespannt auf den zweiten Teil.

Hier geht’s zum Verlagslink: http://www.droemer-knaur.de/buch/8080128/sturmschatten

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