Nancy Salchow – Kirschblütentage

Auf Neobooks, einer Onlineplattform von Droemer und Knaur, erschienen 2011 erstmals ihre eigenen Werke. Über Neobooks hat sie einen Vertrag angeboten bekommen und heute ist sie immer noch Autorin: Nancy Salchow. Sie wollte immer schreiben und nun tut sie es. Regelmäßig und mit vollem Herzen, wie ich aus ihrem flüssigen und tollen Schreibstil lesen kann.
salchowkirschblütentage
Ich denke, wir können noch mit einigen Werken aus ihrer Feder rechnen, die im Grunde genommen eines immer gemeinsam haben: Authentische Figuren und realistische Geschichten, als würden sie direkt bei jedem von uns in der Nachbarschaft oder gar eigenen Familie spielen, unter dieser Oberfläche lernen wir noch ihre Sicht der Dinge kennen, über die wir nachdenken können.

Nachdenklich hat mich auch ihr Werk „Kirschblütentage“ gemacht, welches ich als Rezensionsexemplar vom Droemer und Knaur Verlag erhalten habe. In knapp drei Tagen habe ich es verschlungen und habe lediglich am vierten Tag noch einige Stellen zweimal lesen müssen, um deren Tiefe noch einmal bewusster wahrzunehmen. Es ist ein schönes Buch, gerade geeignet für sentimentale Anlässe wie beispielsweise Weihnachten oder andere Feierlichkeiten. Es ist ein Buch, welches ich getrost an Menschen verschenken würde, bei denen ich mir sicher wäre, sie brauchen etwas, dass ihnen Hoffnung gibt, weiter zu kämpfen.

In knapp 13 Kapiteln unterteilt in einzelne Sichtweisen der handelnden Personen, die gewiss deren Namen als Überschrift tragen, kann man sich in jeden der Figuren und Charaktere ohne Probleme hineinversetzen. Großmutter Emilia ist gestorben. Ihr Sohn Vincent und seine Frau Jasmin machen derzeit eine schwere Krise in Ihrer Ehe und Beziehung durch, dazu kommen noch zwei fast erwachsene, noch immer pubertierende Kinder, die ihre eigenen Vorstellungen vom Leben haben und sich auch zusehends immer mehr von der eigenen Familie entfernt haben. Emilia spürte es. Und hinterlegt lauter Hinweise, um ihre Familie wieder das werden zu lassen, was sie einmal war: Eine glückliche Familie, wo jeder für den anderen da ist und sich niemand selbst vergisst. Nur vor ihrem Tod bereits begann es zu bröckeln, Vincent und Jasmin haben einige Probleme. Vincent ist nie zu Hause, verpasst ständig das Abendessen und Jasmin zieht ihre Kinder fast allein auf. Immer mehr kommt es zu Streitigkeiten, bis sie eines Tages den Grund für Vincents Verhalten entdeckt: Er hat eine andere Frau an seiner Seite und sie betrogen. Dass es für ihn nur eine bloße Affäre war, um sich von den selbst auferlegten Zwängen, die das Familienleben für ihn zu der Zeit nur auslöste, freimachen wollte, ist für Jasmin nicht klar und nur schwer verständlich.

Nancy Salchow beschreibt die schwere Zeit, in der sie alle vier derzeit stecken, abwechselnd von jedem aus der jeweiligen Sichtweise. Sie bringt auch Charlotte mit ins Spiel, will, dass der Zwist zwischen ihr und Vincent endlich gelöst wird. Charlotte war mit seinem Bruder verheiratet. Nachdem er an Krebs verstorben war, sogar noch vor Emilia, hat sie kurz danach einen neuen Mann kennen und lieben gelernt, was ihr Vincent extrem übel nahm. Auch diese Aufarbeitung der Ereignisse kommen im Buch vor. Leider für mich nur zu knapp.
Auch der Schluss ist für mich zu schnell. Dafür, dass Jasmin Vincent nur schwer verzeihen kann und alles darauf hindeutet, dass es noch lange Zeit dauern wird, bis sie wieder alle eine glückliche Familie werden können – zusammen mit Charlotte, wirkt der Schluss für mich zwar richtig vom Inhalt her, nur leider zu plötzlich und zu überhastet.

Nichtsdestotrotz ist es ein sehr einfühlsamer Schreibstil der Autorin und ich kann jedem das Buch nur empfehlen und besonders an die oben genannten Bereiche möchte ich erinnern: Wenn ihr wollt, dass jemand sich nachdenklich über das eigene Leben stimmen lässt, gebt ihm dieses Buch und derjenige wird von ganz allein merken, worauf es im Leben am Ende ankommt und wird danach vielleicht anfangen zu handeln.

Hier geht’s zum Verlagslink: http://www.droemer-knaur.de/buch/7914347/kirschbluetentage

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