Michael Dissieux – Fragen über ihn selbst & seine Trilogie „Graues Land“

Es ist das Interview mit Michael Dissieux. Hier beantwortet er Fragen über sein Schreiben, seine Gedanken und Emotionen dabei und vor allem dreht es sich auch um seine Trilogie „Graues Land“, die im Luzifer-Verlag erschienen ist. Es geht auch um seine Faszination und Umgang mit dem Thema „Endzeit“.

Ich wünsche euch gute Unterhaltung!

Was hat dich zum Schreiben generell gebracht?

Ich habe meine ersten Geschichten mit 5 Jahren geschrieben. Typische „Klein-Kinder-Geschichten“, wie ich, zum Beispiel, meinen Hasen Mümmel bekam. Richtig inspiriert zum Schreiben wurde ich mit 11 Jahren durch das Lesen von Groschenromanen wie `John Sinclair´ oder `Professor Zamorra´. Ich dachte mir damals, so etwas kann ich auch und schrieb an einem Abend meinen ersten „Roman“ auf der Schreibmaschine meines Vaters. Titel damals: `Die Mordbestien von Richmond Castle´, ganze 7 Seiten lang. Selbstverständlich hat auch Stephen King, dessen Geschichten ich seit meinem zehnten Lebensjahr verfallen bin, einen großen Anteil an meiner Schreiblust.

Wer hat dich inspiriert zu dem Protagonisten Harv Jennings und Daryll?

Mein Ansinnen war es, einen Antihelden zu all den anderen Endzeitromanen zu erschaffen. Normalerweise werden die Geschichten von ehemaligen Polizisten oder Soldaten erzählt, die den Weltuntergang überleben. Ich wollte etwas anderes, einen Menschen wie du und ich, und auf meiner Suche danach stolperte ich über `Die Wurmgötter´ von Brian Keene. In dem Roman geht es zwar nicht um einen typischen Weltuntergang sondern um einen sintflutartigen Regen, der die Welt ins Chaos stürzt, doch die Hauptprotagonisten sind zwei alte Männer, Freunde, die sich der neuen Situation stellen. Mir gefiel die Idee, und so habe ich mir Harv Jennings quasi von Brian Keene „ausgeliehen“ und mir um den alten Mann meine eigene Geschichte gesponnen.

Worin liegt deiner Meinung nach der Unterschied zwischen dem ersten und dem dritten und dem zweiten Teil deiner Trilogie?

Nachdem der erste Teil ziemlich ruhig erzählt wird, ohne viel Handlung und auf die Emotionen des Hauptcharakters, Harv Jennings, zugeschnitten, wollte ich, auch in Rücksprache mit meinem Verleger Steffen Janssen, im zweiten Teil etwas mehr Action einbauen. Da ich aber selbst gerne ruhige, dramatische Geschichten lese, kehrte ich im dritten Teil wieder zu den stillen Wurzeln von „Graues Land“ zurück. Mir persönlich sind die atmosphärischen Beschreibungen und die Ängste meiner handelnden Personen wichtiger, als eine actiongeladene, rasante Achterbahnfahrt.

Wie bist du in dieses Genre hineingeraten, welche Fragen beschäftigen dich grundlegend beim Schreiben dabei und kann man davon ausgehen, dass sich diese Fragen auch in deinen weiteren Büchern wiederspiegeln?

Das Genre hat mich schon als Jugendlicher fasziniert. Ich fragte mich damals oft – und tue es auch heute noch – wie es wohl wäre, der letzte Mensch auf Erden zu sein. Wie ich denken und handeln würde, welche Ängste ich ausstehen müsste, und ob ich überhaupt dazu in der Lage wäre, zu überleben. Aus dem Grund findet man in meinen Büchern auch viele meiner eigenen Emotionen wieder. Ich versuche meinen Charkteren meine eigenen Gedanken und Ängste einzupflanzen.
Es wird auch in Zukunft Endzeitromane von mir geben – einer wartet noch auf seine Veröffentlichung – aber ich schreibe selbstverständlich auch andere Sachen. Im nächsten Jahr wird es, zum Beispiel, einen Roman geben, der aus der Sicht eines psychotischen Serienkillers erzählt wird und sein „Werk“ unbedingt in der Familie halten will.

Wohin träumst du dich manchmal, wenn du nicht am schreiben bist?

Ich muss gestehen, dass ich oft von recht skurrilen Träumen heimgesucht werde, die auch schon mal in Albträume ausufern können.
Wenn du meinst von was ich im wachen Zustand träume, gebe ich dir die Antwort, die dir wohl jeder geben wird, der seine Phantasien niederschreibt; ich möchte irgendwann von meinen Büchern leben und mich ausschließlich aufs Schreiben konzentrieren können. Am liebsten mit meiner Lebenspartnerin in einem Häuschen im ländlichen Teil von Schweden.

Mit welchen Projekten gehst du demnächst an den Start? Eines davon dürfte deiner eBook Serie „Die Legende von Arc’s Hill“ sein, oder? Wie geht es danach weiter?


Im Moment bin ich mit der e-book Serie `Die Legende von Arc´s Hill´ beschäftigt, die sich über fünf oder sechs Teile erstrecken wird. Hinzu kommt der schon erwähnte Roman des Serienkillers, der sein Handwerk in der Familie halten will, geplant für Frühjahr 2015. Außerdem steht ein weiterer Endzeitroman mit dem Titel `Hardrock Armageddon´ in den Startlöchern, zu dem es auch eine Fortsetzung geben wird. In meinem Kopf spukt derweil die Idee einer Geschichte über einen Mann und sein zu einem dämonischen Plagegeist mutiertes Schicksal herum, aber das ist noch Zukunftsmusik.

Wie stehst du persönlich zum aufgegriffenen Thema des „Weltuntergang“? In „Graues Land“ finden wir ja einige Ansätze darauf, dass wir wirklich davon ausgehen können, es kommt dazu, wenn wir unsere Waffen, die Chemie, die Energie und unsere Emotionen nicht unter Kontrolle haben
.

Vielleicht ecke ich mit meiner Meinung etwas an, aber ich bin der Überzeugung, dass die Menschheit mit ihrer kaum noch zu kontrollierenden Technik, den aggressiven Glaubenskämpfen und der Null-Tolleranz-Grenze der Gesellschaft andersdenken Mitmenschen gegenüber sich unausweichlich dem Ende ihrer Existenz nähert.

Lustig, abenteuerlich und nachdenklich bin ich aus diesem Interview herausgegangen. Wie geht ihr heraus? Was sind eure Gedanken bei diesem Interview? Habt ihr noch weitere Fragen? Dann lasst es mich wissen.

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