Michael Dissieux: Graues Land – Am Ende der Welt #3

Dissieux_Ende„Am Ende der Welt“ ist der Abschluss der Trilogie einer tiefgründig dreinblickenden, depressiv und zu weilen in sich gekehrten Buchreihe, die zum Nachdenken anregt.

Es hat begonnen mit dem ersten Teil „Graues Land“, welcher einen psychedelischen Unterton stets an sich hatte, in sich gekehrt war und tiefstes Mitgefühl des Lesers erforderte. Nicht zuletzt lag es sicherlich auch an der gewissen im Präsens erzählenden und beschreibenden Art und Weise von Dissieux. Jetzt nach Abschluss des dritten Teils kann ich getrost sagen, dass der zweite Teil sich definitiv anders liest, zwar auch psychedelisch, auch ruhig, so hat er doch aber noch eine gewisse andere Art an sich. Mit „Am Ende der Welt“ schließt Dissieux den Kreis wieder. Es ist fast dieselbe Art und Weise wie beim erste Teil.
Ein Ich-Erzähler beschreibt in der Gegenwart die Ereignisse. Es ist Daryll, der damalige Zeitungsjunge aus dem ersten Teil. Ein Junge, der mittlerweile 20 Jahre auf dem Buckel hat in dieser erbarmungslosen Welt. Ein Junge, bei dem klar war, dass er am Ende des zweiten Teiles derjenige war, der diese Geschichte weiter erzählt. Dissieux wagt hier einen Sprung. 7 Jahre später beginnen die Handlungen und Erzählungen von Daryll erst.
Es ist das, was man vorher sehen kann. Er trifft auf alte Bekannte wieder, auf alte Gestalten, es ist ein auf und ab. Ein hoch und tief, das Daryll ereilt. Schicksalsschläge treffen ihn und er rappelt sich immer wieder auf. Die „Infizierten“, wie sie in diesem Teil lediglich genannt werden, sind immer noch da, sie reagieren immer noch auf Geräusche und folgen ihnen in der Hoffnung sich lebendiges Fleisch aneignen zu können und Daryll kämpft gegen sie. Daryll trifft auch auf eine alte Freundin, die er längst für tot geglaubt hatte. Eine Freundin, gegenüber ihr er Schuldgefühle immer noch hat. Wer das ist, verrate ich euch nicht. Fakt ist aber, dass das Mädchen ihm nicht mehr wohlgesonnen ist. Ihre ganzen Gefühle, ihr ganzes Verhalten kann ich nachvollziehen und trotzdem empfinde ich als Leser Mitleid ihr gegenüber. Daryll hat auch Mitleid ihr gegenüber, versteht sie sogar und hört nicht auf zu hoffen, dass es anders werden wird.
Es sind wenige Ereignisse, die das Buch voranbringen. Zumeist dasselbe, was ich etwas schade finde, da das meiste vorhersehbar und kalkulierbar ist. Er trifft auf Menschen, entweder es wird eine Freundschaft daraus oder der pure Hass entledigt sich seiner und der Tod ist daraufhin nicht weit. Vielleicht ist es aber auch eine Eigenart in dieser Welt nur schwarz-weiß denken zu können? Leben oder Tod. Um etwas anderes geht es schließlich nicht. Die ruhige Art von Dissieuxs Schreibstil wirkt dennoch nicht langweilig. Trotzdem bin ich der Meinung, mir fehlt als Abschluss der Trilogie etwas. Etwas, das mir zeigt, dass der Band mir noch etwas gibt, einen weiteren Grund, warum ich ihn lesen muss, auch wenn ich Darylls Geschichte schätze und sehr bewegt finde. Das Ende ist gut, und nein, es ist kein Happy End. Es ist das, was man erwarten kann und sollte, um es greifbarer für jeden werden zu lassen.
Ich hoffe noch viele weitere Bücher von Dissieux lesen zu könnnen, seine Art die Dinge zu Papier zu bringen, gefällt mir sehr. Ich kann es nicht oft genug sagen, ja, ich bin ein Fan von ihm und seiner Schreiberei und ich bin gespannt, was als nächstes von ihm bei mir auf dem Tisch landen wird.

Hier geht’s zum Verlagslink: http://www.luzifer-verlag.de/graues-land-3-am-ende-der-welt-michael-dissieux/

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