Michael Dissieux: Graues Land – Die Schreie der Toten #2

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Wir befinden uns immer noch in Devon, dem Ort des Geschehens, den wir aus dem ersten Band von Dissieuxs Trilogie kennen. Man trifft auf alt bekannte Charaktere, aber auch auf Überraschende, die längst tot oder als Zombie geglaubt worden sind. Murphy, Demi, Daryll und Wulf bilden die kleine Gruppe, die sich zusammen durch das graue Land und die toten Straßen drängen, immer noch auf der Suche nach Hoffnung und anderen Überlebenden.

Zwar ist der zweite Teil anders aufgebaut, anders dargestellt und mit einigen vorhersehbaren Ereignissen versehen worden, so ist er doch empfehlenswert und eine gelungene Fortsetzung für die Endzeittrilogie. Viele Fragen bleiben noch offen. Letztlich landen sie in einem scheinbaren Zufluchtsort „New Eden“. Warum scheinbar? Er birgt eine Gefahr inmitten unter sich. Die Gefahr wird im fünften und sechsten Kapitel, dem letzten und vorletzten Kapitel klar. Es ist grausam. Beim Lesen gelang es durch Dissieuxs hervorragend ruhige, sich als allwissender Erzähler einfühlende Art, auch bei diesem Teil Gänsehaut bei mir hervorzurufen. Ich litt mit, ich lebte mit an der Seite vieler Charaktere.
Wo sich Dissieux beim ersten Teil noch völlig auf die Sichtweise einer einzelnen Person, dem Großvater von Demi, konzentriert hat, nahm er in diesem Teil Gestalt als Erzähler an, der alles wusste und treffender in manchen Momenten die Situationen nicht hätte schreiben können. Die Stimmung ist wie gewohnt ruhig. Psychedelisch. Überall finden sich Anspielungen auf das triste, graue Land, in dem es mittlerweile spielt. Auch wird der Grund für diese Apokalypse endlich erklärt und beschrieben. Nachvollziehbar. Der Grund ist für mich ein wenig beängstigend, da er sehr am realen Kern der heutigen, politischen Situation kratzt.
Das Buch ist zusammengesetzt aus sechs Kapiteln. Diese sind jedoch anders als im ersten Teil mittels der teilhabenden Figuren beschriftet worden, sondern bestehen aus Adjektiven, die den Zustand eines jeden Kapitels verdeutlichen oder die Wünsche der agierenden Figuren in den Vordergrund zerren. Beispielsweise haben wir hier: „Leben“, „Allein“ und „Graue Welt“, aber auch Ortsbeschreibungen, wo diverse Handlungen sich abspielen, kommen als Kapitelüberschrift vor, wie „In den Hügeln“.
Die Erwartung, dass man unverhofft auf längst tot geglaubte Charaktere wieder trifft, ist da. So war es schließlich auch in diesem Band. Warum also sollte es im nächsten nicht genauso sein? Warten wir es also ab und freuen uns auf den dritten und letzten Teil. Den Abschluss.

Hier geht’s zum Verlagslink: http://www.luzifer-verlag.de/graues-land-die-schreie-der-toten/

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