Markus Heitz: Exkarnation – Krieg der alten Seelen #1

exkarnationheitz
Markus Heitz ist einer der bekanntesten deutschen Fantasyautoren. Mit seinen Büchern zeichnet er eine eigene Linie. Seiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt und er schafft es sogar völlig eigenständige Bücher miteinander zu verknüpfen, ohne, dass eine eigene Reihe daraus entsteht. So auch in „Exkarnation – Krieg der Alten Seelen“. Es ist der erste Teil, der Auftakt für ein Duo. Die Fortsetzung soll wohl nächstes Jahr zur selben Zeit wie der erste Band kommen –im August.

In seinem Werk „Exkarnation“ widmet sich Heitz dem Thema der Seelenwanderung. Er hat eine ganz eigene, für uns und mich als Leser völlig unbekannte Theorie, was das betrifft.
Claire Riordan und ihr Mann Finn, beide lebend in Halle, sterben. Genauer gesagt: Sie werden ermordet. Claires Seele aber gibt nicht auf, sondern wandelt umher und zieht in den – einst leblos gewordenen Körper von Marlene von Bechstein ein – in Leipzig. Frau von Bechstein hatte sich kurz vorher das Leben genommen, sah in ihrem keinen Sinn mehr. Der Grund hierfür ist: Sie litt an einer Krankheit, die, wie letztlich herauskommt, aber nur von Dubois vorgetäuscht war, um an ihren leeren Körper heranzukommen. Ursprünglich sollte nicht Claire in sie einfahren, sondern Anastasia. Dubois, ihr Partner, wollte sie wieder an seiner Seite wissen, parallel dazu wäre es für ihn einfacher den je gewesen, wenn Anastasia in den Körper von Frau von Beschstein eingefahren wäre. Einfacher denn je, die Menschen ins Verderben zu schicken. Anastasia und Dubois zählen nicht unbedingt zur guten Seite. Zum Verständnis sei hier erwähnt: Eugen von Bechstein und Marlene sind Inhaber eines großen Konzerns. Mithilfe dieses Konzerns planen Dubois und seine Anhänger etwas Böses, den Menschenvernichtendes, etwas Seelenverunreinigendes. Und alles mithilfe eines Serums, das über Bechsteins Konzernprodukte in die weite Welt hinaus geschickt werden soll. Nähere Details möchte ich nicht verraten. Claires Seele steckt nun aber in dem Körper von Marlene von Bechstein, deren Seele sich – so nehme ich an, aufgelöst hat. Sie ist äußerlich nun Marlene von Bechstein! Sie hat zwei bezaubernde Kinder und einen Ehemann, der sie liebt und sehr verständnisvoll mit ihr umgeht. Nach und nach spitzen sich die Ereignisse zu, ihr Mann versteht einiges am veränderten Verhalten seiner Frau nicht mehr. Beispielsweise backt sie, was sie vorher nie tat. Reist nach Wien, angeblich bezüglich einer Marketing Agentur für ihre Firma. Nach und nach aber fügte Claire sich in ihre Doppelrolle ein. Dazu kommt für Claire: Ihre Familie starb immer wieder oder wurde gar ermordet, wie auch ihr Mann, Finn. Trotz ihrer Person Marlene von Bechstein will sie ihre eigene Familie beschützen, die seit Jahrzehnten fast am Aussterben durch Kuriositäten ist. Und sie will Rache für ihren Mann. Dazu kommt: Um sich in der fremden Welt zurechtzufinden, hat Claire Fabian, ihren immer treuer werdenden Beschützer durch die anfänglichen Trümmer ihres Lebens geführt. Fabian zählt als Untergebener mit zu „Libra“. Das ist eine Organisation, die sich um die Gefangennahme aller bösen und dämonischen Seelen kümmert. Der Grundgedanke ist hierbei folgender: Jeder Mensch und jedes Tier haben eine Seele, stirbt man, gerät die Seele in die Urmasse zurück und wird quasi wiedergeboren. Auch das Böse mit ihr. Das heißt, Ziel ist es der Organisation, alle Wandelwesen, alle Wer-Kreaturen, die sich nicht unter Kontrolle haben und einen bösen Keim in sich tragen – oftmals mithilfe des Bernsteins – gefangen zu nehmen. Sie zu töten wäre töricht, da es die Urmasse verunreinigen könnte. Jemand, der das gleiche Ziel im Grunde genommen wie Libra, aber eine andere Auffassung bezüglich der Seele hat, ist Eric. Eric jagt auch das Böse, bringt es jedoch um. Er hält nichts von der Theorie, begegnet aber Libra und beginnt sogar, sich damit zu befassen. Ob das jetzt gut ausgeht oder nicht – die Frage ist doch: Was kommt am Ende dabei heraus?
Eric kennen wir übrigens aus Heitz‘ früheren Büchern. Ebenso wie Sia, die auch ihre Rolle in dieser Geschichte inne hat. Neben all diesen Parallelhandlungen gibt es noch eine weitere, die sich mit einem unbekanntem Mann befasst, der am Ende Claire auflauert und begegnet und mit ihr eine Art des Paktes abschließt. Als Inverno hat er sich ihr vorgestellt. Erledigt er den Mörder ihres Mannes und Dubois, wird sie ihm etwas als Gegenleistung bieten. Denn in der Zwischenzeit ist auch Claire über sich hinausgewachsen. Sie schafft es den Sprung zu wagen, Marlene von Bechstein zu sein und sich um ihre eigenen, offiziell verwaisten Kinder und Marlene Kinder zu kümmern. Fabian hilft ihr dabei. Er gehört unter anderem zu Libra und dem sogenannten Triumvirat. Jedoch als halbes Mitglied, als neccessari, ein Untergegebener. Ein Mitglied des Triumvirates löscht Claire aus. Aus persönlichen Gründen. Bleibt also nur noch einer übrig, den Inferno ausschalten soll.
Dubois zögert indes nicht den Bechsteins direkt einen Besuch abzustatten, scharrt sich an den ahnungslosen Eugen heran. Er will Anastasia. Er will auch den von Claire zwischenzeitlich gestohlenen Teil des Rezeptes für das Serum haben. Und er möchte vor allem freien Zugang haben, das Serum freizusetzen. Dafür braucht er den Konzern der Bechsteins. Ein Grund mehr, warum Marlene von Bechstein ausgewählt worden ist für Anastasias Seele. Zu dumm nur, dass Claire schneller war, und noch zu allem Überflüss für Dubois nach und nach ungeahnte Fähigkeiten zutage fördert. Selbst Fabian staunt immer wieder.
In diesem Buch wimmelt es von Erzählsträngen, Charakteren, von Überfällen und Toten, von einer Vielzahl an Emotionen seitens der Figuren oder seitens des Lesers. . „Exkarnation“ hat unheimlich viele Facetten, leider ohne tragenden Höhepunkt. Dadurch liest es sich viel mehr wie eine Einleitung und das auf knapp 600 Seiten. Trotzdem schafft es Heitz bei all diesem Gewusel er selbst zu sein: Klar, strukturiert. Detailreich, das genaue Etwas eben wissend. Claire als Figur hält alle Handlungsstränge zusammen. Sie ist der Schlüssel. Bei der Vielzahl an Handlungssträngen ist es verständlich, dass ich noch viele Fragen habe, aber gespannt bin, ob wirklich ein einziger, zweiter Band ausreicht, um diese zu erklären
Es lohnt sich jedoch zu lesen. Ja. Für mich steht jedoch klar fest: Markus Heitz, Du hättest dir ruhig etwas Zeit lassen können mit all den vielen Handlungssträngen, der Seelenmaterie, und in aller Ruhe eine Trilogie oder gar Tetralogie anfertigen können, anstatt den Erstling zu sehr zu überladen. Das ist leider wirklich neben dem vorher genannten Aspekt, ein Negativum. Schade.

Hier geht’s zum Verlagslink: http://www.droemer-knaur.de/buch/7985338/exkarnation-krieg-der-alten-seelen

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