Stephanie Urbat-Jarren: Seelenband

TINKERBELL: Stephanie Urbat-Jarren, Du führst einen ganzen Blog, in welchem man all deine Gefühle in Form von Texten miterleben kann. Nun hast du neben beispielsweise „Kabischubi und die Herzsteine“ ein weiteres Buch auf den Markt gebracht: „Seelenband“.

Das Innenleben einer Seele wird meistens unterschätzt. Woran liegt es?

Stephanie Urbat-Jarren: Weil die Menschen verlernt haben ihre Gefühle wahr zu nehmen und viele sie leider nicht defferenziern können. Viele Unterdrücken sie auch, weil sie ihnen angst machen.

Oft bekämpfen wir sie auch. Wut wird runtergeschluckt, Liebe verleugnet und Fantasie als blödsinn abgetan. Gefühle passen nicht in unsere schnelle Welt

TINKERBELL: Die Schnellebigkeit nimmt uns die Möglichkeit mit den Augen mehr als die Hülle nur zu sehen?

Stephanie Urbat-Jarren: Unser leben ist schnell. Von uns allen wird jeden Tag viel verlangt. Job, Kinder, Beziehungen, Freunde. Alle stehen unter Druck und jeder versucht sein möglichstes allen erwartungen gerecht zu werden -So bleibt das wichtigste auf der Stecke. Wir selber.

TINKERBELL: Familie, Liebe und Freunde, ja, leider hast du da recht. Ist das unter anderem eine Intention für dein Buch?

Stephanie Urbat-Jarren: Die Liebe ist das was uns teibt und ist auch das größte Gefühl, was wir kennen. Da schließe ich mich nicht aus. Also ist sicherlich die Liebe hier die treibene Kraft.

TINKERBELL: Gibt es einen unterschied, dass das innenleben einer geliebten so oft unterschätzt wird im gegensatz zu dem einer verliebten? warum ist das so?

Stephanie Urbat-Jarren: Nein, das glaube ich nicht. Eine Geliebte ist ja genau so eine Frau die sich verliebt hat und die Männer verhalten sich ja nicht anders, als ob sie Single wären. Sie werben um die Frau und versprechen ihr das blaue vom Himmel. Das er sich dann doch nicht trennen will erkennt man ja erst später und da haben sich die Gefühle längst verselbstständigt.

TINKERBELL : Es ist also immer dasselbe Spiel, nicht?

Nur, dass sich as Leben einer Geliebten etwas anders gestaltet.

Nur die Position, in der sich eine Geliebte befindet, bleibt immer gleich.

 

Stephanie Urbat-Jarren: In den meisten Fällen ja. Einer von 10 Männern trennt sich wirklich. In Deutschland leben ca 3 Millionen Frauen als Geliebte – dunkelziffer unbekannt. Das schlimme ist, dass viele Geliebte sich selber verlieren. Durch Hoffnung und falsche Versprechungen aber den absprung nicht schaffen und viele wirklich krank werden. Bei allen Interwiev Partnerin war es fast die selbe Geschichte. Andere Orte, andere Menschen, aber die Story ist immer die selbe. Auch wenn jede von Ihnen den Satz sagte „Bei uns ist es etwas anderes“. – Ist es eben leider nicht.

TINKERBELL: Hast du es am eigenen Leib erfahren, dass es eben immer dasselbe Spiel ist und bist deshalb auf die Idee gekommen, deine Gefühle zu veröffentlichen? Insofern fungiert dein Werk als Warnung.

 

Stephanie Urbat-Jarren: Viele Frauen fühlten sich von den „Gefühlsgeschichten“ auf meinem Blog (http://goettinhh.blogspot.de/) angesprochen. Ich bekam immer öfter Nachrichten in denen sie mir schrieben, dass ich genau das niederschreibe, was sie durchmachen oder erleben. Dadurch würde mein Interesse geweckt und ich fing an zu recherchieren. Interviews mit Frauen aller Altersklasse folgerten. Geliebten und Betrogenen, aber auch mit Männern, die eine Geliebte hatten. So könnte ich die Geschichte um die Gefühlsgeschichten bauen.

 

TINKERBELL: Die Dinge, die du auf deinem Blog beschrieben hast, sind aber deine eigenen Erfahrungen demnach gewesen oder entspang das alles deiner Fantasie?

Stephanie Urbat-Jarren: Nein, die Gefühlsgeschichten haben immer einen Ursprung, sind aber nicht immer meine eigenen Erfahrungen. Ich verarbeitete darin meine Gefühle genau so wie ich Erlebnisse anderer Menschen die mir nahestehen aufschreibe. Manchmal entsteht aber auch nur aus einem Satz, der mich bewegt eine Geschichte. Es geht auch nicht immer nur um liebe, sondern auch um Mut, Fantasie oder Selbstfindung.

TINKERBELL: Gibt es ähnich betonte Bücher, Kurzgeschichten, in denen Gefühle in Form wie in deinem in ähnlichem Fokus stehen, vielleicht welche, die dich beeinflusst haben, es gar ähnlich oder rigoros anders zu machen?

Stephanie Urbat-Jarren: Ich kenne kein weiteres in dieser Art und habe mir gerade deswegen vor der Veröffentlichung viele Gedanken darüber gemacht, wie die Leser wohl auf die Erzählweise reagieren. Das es so positiv aufgenommen wurde hat mich sehr beruhigt und natürlich gefreut. Es soll kein Ratgeber sein, keinen erhobenen Zeigefinger darstellen, sondern einfach aufzeigen, wie schnell man durch scheinbare Liebe und falsche Hoffnung sich selber verlieren kann und in erster Linie natürlich, dass kein Mensch auf der Welt es Wert ist, sich für ihn kaputt zu lieben.

TINKERBELL: Ich hoffe, dass es den Menschen hilft zu erkennen, dass eine Affäre grunsätzlich egal welcher Art, immer gleich ist und gleich verlaufen wird. Vielen Dank für das Interview, Stephanie!

Stephanie Urbat-Jarren: Sehr gerne!

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