Schilderungen in Erzählform

Die Süddeutsche, Die Welt, Berliner Zeitung und das Handelsblatt und noch viele mehr kennen ihn, lesen ihn – es ist die Rede von Ramon Schack. Der am 18. Juni 1971 in Kiel geborene Journalist brachte dieses Jahr sein erstes Werk auf den Markt.

Mit Studienrichtungen wie Politische Wissenschaft und Osteuropastudien setzt er bereits früh seine Füße in die inhaltliche, schwerpunktmäßige politisch journalistische Richtung, in welche viele seiner bisher veröffentlichten Artikel sich einordnen lassen.

Heinz Buschkowsky brachte im September 2012 sein Werk „Neukölln ist überall“ heraus, gerüchteweise: um seinen politischen Erfolg zu manifestieren.

Dann stellt sich jedoch unweigerlich die Frage – hinnehmen oder ergänzen? Berauschend hochloben oder kritisieren?

Ramon Schack (Link zur Website) – wohnhaft im oben angesprochenen „Problemkiez“ von Berlin, nimmt es nicht hin. Seit mehreren Jahren lebt er bereits in Neukölln und erlebt nicht nur Vielschichtigkeit, kulturelle Neuerungen und Strömungen hier, sondern auch die üblichen Nachbarschaftsvorkommnisse zwischen seiner Nachbarin Frau W. und Nachbarin Chantal. Beide sind ebenfalls Bestandteil des Buches, ein wohlgemeinter Puffer zwischen weiteren Erzählungen in Form von Kurzgeschichten, verschiedenster Menschen.

Alle Kurzgeschichten haben eines gemeinsam: Sie handeln vom ganz persönlichen Bild von Neukölln, ein Gegenwartsbericht in subjektivem Maße.

Es spielt keine Rolle, wer berichtet – ob Anka, die Putzfrau, oder ein Heizungsbauer, egal, ob Jurastudent Erkan oder Carola die Politologin, Rentner Günther oder Musikproduzent / DJ Peter – Alteingesessene, Zugezogene, Weggezogene, Menschen mit oder ohne Migrationshintergrund berichten und geben alle ihr ganz persönliches Bild von ihrem (ehemaligen) Bürgermeister Buschkowsky preis.

Es sind Menschen der unterschiedlichsten Bevölkerungsschichten, Menschen einer Gesellschaft, die sich weiterentwickeln und versuchen Schritt zu halten mit der Zeit. Jeder hat seine ganz eigenen Probleme, Befindlichkeiten – es sei jedoch erwähnt: es sind maßgeblich andere Probleme als in Buschkowskys Werk benannt.

Die Kurzgeschichten sind teilweise als Interviews getarnt, jedoch ohne Fragen.

Schack versucht, möglichst neutrale Beschreibungen detailreich wiederzugeben. Emotionale Nähe erreicht er dadurch, Nüchternheit und Facettenreichtum tragen dazu bei.

Gerade seine Nachbarschaftsstreitigkeiten zwischen Frau W. Und Chantal dienen der Auflockerung. Besonders herzlich hierbei war der Berliner Dialekt, welcher das Gefühl vermittelte, mitten in Berlin, möglicherweise wirklich in Neukölln, zu stehen.

Vielleicht reagiert der Bürgermeister jetzt auf den Brief von Gilles Duhem, der dem Förderverein MORUS e.V. nun eine weitere Stimme in Schacks Buch gab. Dieser klärt auf über die Differenzen zwischen der Stadtentwicklungsverwaltung und dem MORUS e.V., und zum Teil über Buschkowskys Rolle hierzu. Nähere Informationen möchte ich an dieser Stelle nicht bieten, da ich Schacks Buch sonst einen bedeutend inhaltlichen Part vorwegnehmen würde.

Neukölln ist nicht stehen geblieben.

Neukölln ist nirgendwo.

Neukölln ist lediglich vielschichtiger, in seiner schillernden Pracht auf engem Raum. Probleme hat jeder, wichtig ist jedoch, sich damit auseinanderzusetzen, oder?

Ramon Schack rüttelt auf, klärt auf und erneuert das Bild von Neukölln, welches durch viel Negativpresse gern bisher in eine bestimmte Richtung gezogen wurde. Nun kletterte Schack heraus, klemmte sich dahinter und recherchierte. Dann schrieb er.

Ich bin auf sein neues Werk wahrlich gespannt.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s